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Leserbrief

Sind 90 neue Wohnungen zu viel?

«Wachstum im Hünenberger Seegebiet gibt zu reden», Ausgabe vom 10. Juli.

Eine volkswirtschaftliche Analyse der Überbauungspläne des Zythusareals in Hünenberg See kann nur zum Schluss gelangen, dass diese zeitlich nicht schlechter liegen könnten.

Staaten und Kommunen können eine Rezession dämpfen, indem sie finanzpolitische Massnahmen (Zins/Steuerreduktionen) ergreifen oder Investitionen tätigen. Letztere sind meistens Bauprogramme, sei es für die öffentliche Infrastruktur oder für den privaten Wohnungsmarkt. Der Wohnungsbau wird dabei nicht selten durch Subventionen und andere Anreize stimuliert (Gebäudeisolationsprogramme, beschleunigte Umzonungs- und Bewilligungsverfahren, subventionierter Wohnungsbau und Finanzierung im unteren Marktsegment, Erhöhung der Ausnützungsquoten usw.).

Die Schweiz geniesst aktuell eine Hochkonjunktur mit zunehmend hohem Leerstand im Wohnungs-/Häusermarkt. Die Schweiz hat 68000 leerstehende Wohnungen, Aargau hat 8000 und Luzern hat bereits über 2800 leerstehende Wohnungen, im Kanton Schwyz suchen 1000 Wohnungen und Häuser einen Mieter/Käufer. Die SBB baut 10000 Wohnungen.

Es wird am Markt und an der Nachfrage vorbei gebaut, weil extrem viel Geld eine Anlage sucht und Liquiditäten eine Negativrendite abwerfen. Die Hoffnung besteht, dass über das Bevölkerungswachstum die Neubauten eines Tages doch noch vermietet oder verkauft werden und ganz langfristig der Wert der Liegenschaft doch noch steigen könnte.

Die Implosion des Wohnungsmarktes der 90er-Jahre, als die Schweizer Banken etwa 40 Milliarden Franken an Hypotheken abschreiben mussten, ist vergessen.

Die Schweizerische Nationalbank versucht, die überhitzte Baukonjunktur mit immer schwereren Auflagen bei der Hypothekenvergabe zu bremsen. Statt in der Rezession den Wohnungsbau zu stimulieren und diesen in der Hochkonjunktur zu dämpfen, macht der Kanton Zug genau das Umgekehrte: Zug forciert in der Hochkonjunktur den Bau von bis zu 90 neuen Wohnungen auf dem Zythusareal in Hünenberg, in einer Gemeinde, die schon heute ihr Wachstum kaum zu finanzieren vermag und 20 leerstehende Wohnungen und Häuser hat.

Die lokalen Steuerzahler (und nicht der Kanton) dürfen dabei den sich ergebenden Ausbau des Schulsystems und der Infrastruktur berappen. Wie das gehen soll, wenn als Folge des Projektes auch noch gute Steuerzahler verjagt werden, ist erklärungsbedürftig.

Im Übrigen sei daran erinnert, dass langfristige Planzahlen über das Bevölkerungswachstum (im Zuger Richtplan bis 2040) mit grösster Vorsicht zu geniessen sind. Professor Kneschaurek von der Forschungsstelle für Konjunktur der HSG plante im Auftrag des Bundes Mitte der 70er-Jahre, dass die Schweiz im Jahre 2000 10 Millionen Einwohnerhaben würde und dafür die entsprechende Infrastruktur und Wohnungen bereitzustellen wären. Es kam anders. Ganz anders!

Félix Dony, Hünenberg See


Im Beitrag vom 10. Juli 2018 zur Überbauung Zythusareal, Hünenberg See wurde erwähnt, dass das geplante Bauvorhaben und die bereits vorliegenden Entwürfe eventuell noch abgeändert werden und dass Ideen der Bevölkerung mit einbezogen würden. Wenn dem so ist, bitte ich die Bauherren um Rücksichtnahme der Bevölkerung und deren Anliegen, eine angemessene und nicht überdimensionierte Überbauung des Zytusareals zu realisieren. Meiner Meinung nach wären drei Stockwerke angemessen. Abgesehen davon, dass Hochhäuser in unmittelbarer See Ufer nähe verpönt sind und somit vielen bereits langjährig eingesessen Bürgern die Aussicht und das Sonnenlicht rauben würden, gibt es Weiteres zu beachten, was in der Gemeinde Hünenberg und im ganzen Kanton Zug bei einem zu schnellen Wachstum zu grossen Problemen führen wird.

Haben die Behörden sich überlegt, welche Kosten zweibis dreizusätzliche Schulklassen verursachen (Vollkosten pro Schüler 15000/Jahr plus Schulhausbau) wenn bis zu 90 neue Wohnungen im Zythusareal gebaut werden? Wo findet der Ausbau der Schulinfrastruktur statt und wer zahlt dafür? Man darf wohl nicht erwarten, dass Cham sich an den Kosten und Investitionen beteiligt, weil Hünenberg sein Wachstum forciert.Haben die Behörden sich überlegt, wie sich der Verkehr bei der Realisierung der Zythusbaupläne durch die dicht besiedelte Eichmattstrasse mit ihrem Schulkomplex entwickelt? (Eichmattstrasse wird bei der Zentrumssperrung Cham zur Zubringerstrasse für die Umfahrung Cham/Hünenberg und sollte zudem zu einer Tempo-30-Zone werden. Die Verkehrsberuhigung dient in erster Linie den vielen Kindern, die hier zur Schule gehen, aber die massiven Überbauungspläne werden unweigerlich zu einer Verkehrszunahme führen.Ebenfalls stehen im Kanton Zug weitere Bauvorhaben an, die ebenfalls die bereits angespannte Verkehrssituation in Zukunft zusätzlich belasten.

Aus diesen Gründen bitte ich die Bauherren, das Projekt nochmals zu überdenken und die Pläne zum Wohle der Lebensqualität der Bewohner der Region Hünenberg See und der Gemeinde Hünenberg anzupassen.

Cécile Schönenberg, Hünenberg See

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