Leserbrief

Sind Fluggesellschaften heilige Kühe?

Der Flugverkehr und die Ausbreitung des Coronavirus

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Nicht zu fassen: Nach Entdeckung eines mutierten Virus, welches sich im Dezember im Vereinigten Königreich (UK) rasend schnell ausbreitete, wurde der Flugverkehr von und nach UK für lediglich drei Tage unterbrochen. Danach reisten bis am 5. Januar laut Medienberichten wieder munter 6300 Personen auf 130 Linien- und einigen privaten Flügen in die Schweiz ein. Und aus Südafrika zusätzliche 1050 Personen. Ohne dass für die Passagiere eine Testpflicht angeordnet wurde. Auch Virologen fordern hier systematische Tests.

Mich laust der Affe: diese ewigen Ausnahmen für den Flugverkehr. Warum erlauben die Behörden Flüge aus Risikoländern überhaupt? Sind Fluggesellschaften heilige Kühe? Unsere kleinen Dorfbeizen und Kulturveranstaltungen mit nur lokalem Einzugsgebiet sind – trotz Erarbeitung aufwendiger Schutzkonzepte – behördlich geschlossen, und damit ist soziales Leben abgewürgt worden. Gleichzeitig erlaubt man grenzenlosen Flugverkehr, wobei jedes Virus sich am schnellsten via Personenflüge weltweit verbreitet! Und hinterher versuchen teure, steuergeld-bezahlte und überforderte Spurensuchende (Contact-Tracer) und eilig organisierte Stichproben-Analysen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Lächerlich. Das soll noch jemand verstehen.

Die Fliegerei ist und bleibt das umweltschädlichste Verkehrsmittel und bezüglich jeder Pandemie das riskanteste (Pandemie = weltweite Epidemie). Es erinnert an den Frühling 2020, als Lufthansa alle Flüge von und nach China gestrichen hatte, während Swiss China noch weiter bediente. Wann handelt unsere Politik griffig? Grenzen sind dazu da, damit man sie notfalls für ALLE Verkehrsmittel und Personen konsequent schliessen kann. Waren können trotzdem abgefertigt werden. Es braucht halt etwas mehr Geduld.

Ueli Krasser, Hagendorn