SINS: Das grosse Krabbeln hat begonnen

Ein Künstler will eine Ameisenstrasse vom Freiamt bis nach Dänemark realisieren. Es ist die wohl grösste Kunstinstallation der Welt.

Cornelia Bisch
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Gemeinderätin Yvonne Notter und Künstler Jörg Rohner haben die erste Ameise an der Fassade des Restaurants Einhorn enthüllt. (Bild Cornelia Bisch)

Gemeinderätin Yvonne Notter und Künstler Jörg Rohner haben die erste Ameise an der Fassade des Restaurants Einhorn enthüllt. (Bild Cornelia Bisch)

Die erste Ameise hängt: Unter dem Beifall von Erfinder, Schöpfern und Sponsoren fiel in Sins die Hülle vom fünf Meter grossen Insekt aus Holz. Ihr werden noch rund 120 Artgenossen folgen, bis die vom Sinser Künstler Jörg Rohner initiierte Ameisenstrasse nach Augustenborg in Dänemark endgültig steht. Das filigrane Insekt scheint sorglos quer über Fenster und Fassade des Restaurants Einhorn zu kriechen. Ein Messingschild weist auf das gigantische Projekt hin (siehe Box). «Ich freue mich über das Kunstobjekt an meiner Restaurantfassade. Es ist ein guter Blickfang, und ich habe Kunst schon immer unterstützt», sagte der Wirt Stefano Florida.

Eckpunkte gesetzt

«Heute fällt der Startschuss für die 1200 Kilometer lange Ameisenstrasse von Sins nach Augustenborg in Dänemark», stellte der Marketingverantwortliche Andreas Gnädinger fest. Nachdem die südlichste Schule Dänemarks und die nördlichste Deutschlands sowie eine steigende Zahl von Schweizer Schulen ihre Mitarbeit zugesichert hätten, seien quasi die Eckpunkte des Projekts gesetzt. Die Sinser Ameise war von den Schülern der Sekundarklasse 2Sb mit Klassenlehrer Stefan Diethelm und Werklehrer Josef Nussbauer im Unterricht gebaut worden. Unter der Regie dieser Klasse war auch ein Grossteil der organisatorischen Arbeit für die Entstehung der Ameisenstrasse abgewickelt worden.

«Am Anfang steht man allein da»

«Die Schüler haben 80 Schulen zwischen Sins und Augustenborg in Dänemark angeschrieben», berichtete Jörg Rohner anerkennend und bedankte sich bei allen Beteiligten. «Am Anfang steht man allein da mit einer Idee und fragt sich, ob sie nicht ein wenig verrückt ist». Er habe mit Künstlerkollegen darüber gesprochen und Gemeinderätin Yvonne Notter ins Vertrauen gezogen. «Sie reagierte begeistert und unterstützte das Projekt von Anfang an», sagte er erfreut. Mit der Mitarbeit der Schulklasse und der Gnädinger Marketingwerkstatt habe die Organisation immer grössere Dimensionen angenommen. «Die momentan am nächsten gelegene Ameise steht in Bonstetten. In Aristau und Knonau werden nach den Sommerferien weitere aufgebaut werden», informierte er und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass mit der Veröffentlichung wder verschiedenen Objekte auf der Homepage www.ameisenstrasse.ch eine Eigendynamik entstehen werde, die andere Schulen dazu ansporne, sich an der Installation zu beteiligen.

Unterstützung findet die Ameisenstrasse auch im Sinser Gemeinderat: Die Idee hinter dem Projekt, Kunst erlebbar zu machen für junge Menschen, völkerverbindend über Grenzen hinweg, genau dies sei es, was sie als Politikerin und Kulturverantwortliche so faszinierend finde, sagte die Sinser Gemeinderätin Yvonne Notter. Sie richtete sich an die Schüler mit den Worten: «Eure Arbeit ist schlicht aussergewöhnlich. Ich hoffe, dass dieser Funke auch auf andere Schulen überspringen wird.» Sie kündigte an, dass die Gemeinde Sins einen Kulturbatzen ans Projekt spenden werde. Auch viele Gewerbetreibende aus Sins und Umgebung unterstützen die Installation grosszügig.

Hinweis

Weitere Informationen auf der Homepage www.ameisenstrasse.ch