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SINS: Ein herrlicher Ort für Freiluftfeiern

Das Freiamt bietet viele attraktive Orte und Wegstrecken. Mein Lieblingsplatz steckt zudem voller schöner Erinnerungen.
Cornelia Bisch
Auf einer Lichtung im Chalchtarewald befindet sich mein Lieblingsplatz, ein Unterstand mit Feuerstelle.

Auf einer Lichtung im Chalchtarewald befindet sich mein Lieblingsplatz, ein Unterstand mit Feuerstelle.

Cornelia Bisch

Ich bin ein bekennender Sofatiger. Das gemütliche Einrichtungsstück, das nach unzähligen Schmökerstunden an gewissen Stellen wage meine Körperform angenommen hat, kommt also durchaus in die Ränge meiner Lieblingsplätze. Ziehen mich Sonne und Familie einmal raus aus der Wohlfühlzone, so gibt es im schönen Freiamt kaum einen Ort, an dem ich mich nicht gerne aufhalte. Da ist die Reuss mit ihren kilometerlangen Dammwegen oder der Horben, von dessen Spitze die Sicht ins Tal an klaren Tagen ebenso unübertrefflich ist, wie die knusprigen Pommes, die man in der gleichnamigen Wirtschaft bekommt. Dann die vielen Rad- und Wanderwege, die jede Menge Abwechslung bieten und oft an schönen Feuerstellen vorbei­führen.

Schauplatz vieler Feste

Eine davon, nicht die Nobelste, nicht die am schönsten gelegene, picke ich als Lieblingsplatz heraus. Sie liegt ­quasi vor unserer Haustür, im Chalchtarewald bei Sins und war für uns Schauplatz vieler denkwürdiger Ereignisse: 1.-August-Feiern, Grillfeste, Kinderpartys und zwei Indianer-Pow-Wows. Wann immer uns nach Wurst und Wildnis zu Mute ist, packen wir den Rucksack, spazieren den Freudenberg hinauf und feuern vor dem gedeckten Unterstand mit massiver Tischbankgarnitur, gestiftet vom Gerechtigkeitsverein Meienberg, tüchtig ein. Mit der Zeit haben wir gelernt, auch Putzzeug und Abfallsäcke mitzunehmen sowie Handschuhe fürs Einsammeln von Scherben. Denn auch im Freiamt denken nicht alle Feuerstellenbenützer an den nächsten Würstebrater. Hingegen kann man oft von bereits zugespitzten Holzspiessen profitieren, manche sind sogar mit kunstvollen Schnitzereien versehen. Es gibt keinen Grillrost über der Feuerstelle, die aus einem einfachen, von Steinen begrenzten Kreis besteht und von Holzbänken umgeben ist. Man brutzelt also schlicht und nur Aufspiessbares. Die «Halbhütte» steht auf einer Lichtung und Wegverzweigung mitten im Wald, die genug Platz zum Spielen bietet.

Bizarre Marterpfähle

An der wettergeschützten Sitzgarnitur lässt es sich bis tief in die Nacht hinein hocken und je nach Glasinhalt mehr oder weniger intelligent über Gott und die Welt philosophieren, ein paar Lieder trällern oder einen Jass klopfen. Stören kann man jedenfalls niemanden, die nächsten Nachbarn schlummern einen halben Kilometer weit entfernt in ihren Betten. Wendet man sich Richtung Osten den Hügel hinunter, trifft man auf eine Gruppe schauriger Marterpfähle, Überbleibsel eines der erwähnten Indianerfeste, an denen Kriegsschmuck, Waffen und Kleider hergestellt wurden und man gemeinsam mit einer richtigen Indianerfamilie aus Alikon im echten Tipi auf Büffelfellen kauern, Geschichten hören und zu Trommelrhythmen ums Feuer tanzen konnte. Unvergesslich für kleine Oberfreiämter Winnetous. Auch Kindergeburtstage wurden einige im Chalchtarewald gefeiert, Feste, bei denen kein Knie ohne Schramme, kein Kleidungsstück ohne Dreck geblieben ist und Muttis Nerven gehörig massakriert wurden, aber bei denen ansonsten eine Bombenstimmung herrschte.

Ein bisschen Wehmut

Wenn ich so darüber nachdenke, ist dieser Platz für mich auch mit etwas Wehmut verbunden. Viele dieser Ereignisse liegen weit zurück, die Kinder sind dem Indianeralter entwachsen und gehen ihre eigenen Wege. Der letzte Ausflug zur Feuerstelle fand vor über einem Jahr statt, ein gemütlicher Abend mit Freunden, die wir seither nur hin und wieder en passant auf der Strasse kurz begrüsst haben.

Ach, Schluss jetzt mit Trübsal blasen, ich rufe sie gleich heute an, auf ein fröhliches Wiedersehen im Chalchtare­wald!

Mein Lieblingsplatz: Alle Beiträge gibt es auf www.zugerzeitung.ch/serien

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