Smart-City Zug nimmt Formen an

Der Stadtrat hat drei Digitalisierungsprojekte ausgewählt, die schon bald umgesetzt werden. In einem wird eine App integriert, die in Zürich bereits erfolgreich im Betrieb ist.

Charly Keiser
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Die Stadt Zug will im zweiten Quartal 2019 die E-Partizipationsplattform «Zuger am Zug» in Betrieb nehmen. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf unter 200000 Franken. Dies ist der Antwort des Stadtrats auf das Postulat «Zug noch besser – Engagement im Taschenformat» der beiden GLP-Gemeinderäte Stefan Huber und David Meyer zu entnehmen.

Eigentlich wollten Huber und Meyer lediglich vom Stadtrat wissen, ob in Zug ein digitaler Mängelmelder, wie in Zürich die erfolgreiche «Züri wie neu»-App, eingeführt werden könnte. Doch die Antworten des Stadtrats zeigen, dass er im September 2017 eine eigentliche Digitalisierungsstrategie angestossen hat.

Aus zehn Projekten wurden drei ausgewählt

Die Departemente wurden beauftragt, je zwei Smart-City-Projekte einzugeben. Diese Digitalisierungsprojekte mussten den sogenannten «Smart City Wheel Zug» mit den Feldern Umwelt, Politik, Mobilität, Gesellschaft, Mensch und Wirtschaft zugeordnet werden können und konnten bereits bestehen oder auch neu sein. Im März wählte der Stadtrat daraus die drei Projekte «Pepper», «Push digital ID» und «Zuger am Zug» aus. Bei «Pepper» handelt es sich um einen lernfähigen Roboter als Pilotprojekt für die Bibliothek beziehungsweise deren Empfang. «Push digital ID» dreht sich um Anwendungen für eine Blockchain-basierte ID. «Zuger am Zug» ist eine E-Partizipation der Stadt mit Infoplattform für Bauverfahren sowie einer Mängel-App. Letztere beinhaltet das Ansinnen der GLP-Gemeinderäte Huber und Meyer.

«Zuger am Zug» werde eine zentrale und departementsübergreifende Dialog-, Partizipations- und Informationsplattform umfassen, auf der ein temporärer oder laufender Austausch zu aktuellen Themen und Projekten der Stadt Zug gepflegt werden könne, präzisiert der Stadtrat in seiner Antwort. Unter anderem sei vorgesehen, Informationen zu Baugesuchen, Planungsverfahren und grösseren städtischen Bauprojekten auf dieser Plattform zu integrieren. Aktuell erfolge die Erarbeitung der Projektdefinition durch die Departemente Bau und Präsidiales. Ziel sei es, eine gesamtstädtische Plattform für E-Partizipation aufzubauen, auf der Themen aller Departemente der Bevölkerung kommuniziert und mit ihr diskutiert werden könnten.

«Der richtige Zeitpunkt für die Aufschaltung einer offiziellen Partizipationsplattform ist der Start eines analogen Partizipationsprozesses», ergänzt der Stadtrat. Solche seien zum Beispiel im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ortsplanungsrevision durchzuführen. Für einen schnellen Überblick solle eine georeferenzierte Karte enthalten sein, die sämtliche Partizipationsprojekte auf einen Blick sichtbar mache. «Eine Filterfunktion soll helfen, Projekte nach Themen und/oder Orten zu filtern, wie zum Beispiel: Kind Jugend, Familie, Bau, Sport.»

Eine Melde-App wird in die Plattform integriert

Auf der Plattform kann gleichzeitig auch eine Melde-App integriert werden, die unabhängig von der E-Partizipation funktioniert, schreibt der Stadtrat weiter. Er beantragt darum dem Parlament, dass es auf die Vorlage der GLP-Parlamentarier eintreten und das Geschäft als erledigt abschreiben soll. Die Melde-App werde im Übrigen von den Mitarbeitern im Bereich Tiefbau, Werkhof und Sicherheit verwendet.

«Die Projektierung der E-Partizipationsplattform wurde von der Verwaltung bereits in Angriff genommen», heisst es in der Antwort des Stadtrates weiter. «Öffentlich wird die Plattform dann, wenn mindestens ein Partizipationsprojekt damit gestartet werden kann. In welchem Bereich das konkret sein wird, ist aus heutiger Sicht noch nicht ausreichend erkennbar.»