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Kolumne

«Seitenblick»: Smart 
einkaufen

Redaktorin Cornelia Bisch über die Herausforderungen beim Kauf eines Schlafsacks.
Cornelia Bisch

Aktivferien mit dem Rucksack sind billig. Man braucht keine schicken Kleider, keine teuren Unterkünfte, nicht mal Seife, denn man ist sowieso vom ersten bis zum letzten Ferientag verschwitzt und dreckig. Für junge Leute wie meine Tochter ohne hohes Ferienbudget und mit viel jugendlichem Tatendrang also genau des Richtige.

Stammt man jedoch nicht aus einer campingerprobten Familie, steht vor dem Start so einiges auf dem Einkaufszettel, das dann doch ziemlich ins Geld geht: Tramperrucksack, Schlafsack und -matte, Zelt, Kochgeschirr. Bei derlei Dingen gilt - so habe ich gelernt - jedes Gramm weniger Gewicht kostet gefühlte 100 Franken mehr. Will man die Wildnis des hohen Nordens erkunden, wo es auch sommers empfindlich kalt sein kann und kaum Einkaufsmöglichkeiten bestehen, wird die Sache zum planerischen Hochseilakt.

Naiverweise übernehme ich die Anschaffung des Schlafsacks als Schulabschlussgeschenk, denn – Ehre wem Ehre gebührt – das Zeugnis ist bravourös ausgefallen. Ich ziehe also los und vertiefe mich ins Angebot. Modell A ist schön leicht, eignet sich aber nur für Temperaturen zwischen +9 und +15 Grad. Nicht warm genug. Modell B ist zwar kompakt verpackt, aber zu schwer. Modell C hat den einzigen Mangel, ausverkauft zu sein. Modell D ist für Polarexpeditionen geeignet. Allmählich dämmert mir, dass dies eine wesentlich komplexere Mission wird als gedacht. Bei Modell K stimmt endlich alles. Stolz trage ich meine Errungenschaft zur Kasse. «Sie haben bemerkt, dass es sich hierbei um einen Kinderschlafsack handelt?», fragt mich die umsichtige Verkäuferin. Zurück auf Feld Nummer eins.

Schliesslich fotografiere ich das gesamte Angebot, sende die Bilder an die Endverbraucherin und gönne mir eine Tasse Kaffee, während sie sich den Kopf zerbricht. Ein Smartphone erleichtert das Leben doch ungemein. Die Antwort kommt eine halbe Stunde später. Es ist Modell Y oder Z. Ich trinke aus, pilgere zurück ins Sportgeschäft und finde mich mit dem Siegermodell wiederum an der Kasse ein. «Nächste Woche ist das Schlafsacksortiment im Sonderangebot», heisst es dort. Zurück auf Feld Nummer eins? Oh nein, diese Jagd schreit definitiv nach Beute – jetzt!

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