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Stadt Zug: So soll günstiger Wohnraum entstehen

In einem Aktionsplan zeigt der Stadtrat auf, wie er die Volksinitiative «Wohnen in Zug für alle» umsetzen will. Nur ein Projekt kann möglicherweise dieses Jahr realisiert werden – die anderen brauchen teils noch sehr viel Zeit.
Charly Keiser
Hier an der Chamerstrasse plant die Stadt ein Projekt mit Baurecht, das günstigen Wohnraum ermöglichen soll. (Bild: Maria Schmid (25. Mai 2018))

Hier an der Chamerstrasse plant die Stadt ein Projekt mit Baurecht, das günstigen Wohnraum ermöglichen soll. (Bild: Maria Schmid (25. Mai 2018))

Hohe Wohnungs- und Mietpreise sind in der Tiefsteuerstadt Zug für viele Einwohner ein Problem. Kein Wunder, wurden 1981 die Wohnbauinitiative und 2012 die Volksinitiative «Wohnen in Zug für alle» vom Stimmvolk angenommen.

In seinem Aktionsplan legt nun der Stadtrat dar, wie er das Volksbegehren von 2012 umsetzen will, beziehungsweise, was er bislang diesbezüglich schon unternommen hat. Der Stadtrat zeigt auf, dass der Handlungsspielraum der Stadt klein ist, weil sie nur über wenig eigenes Land verfügt. Mit diesen drei Möglichkeiten will der Stadtrat den Bau von preisgünstigem Wohnraum fördern: Entwicklung und Abgabe städtischer Grundstücke, finanzielle Unterstützung gemeinnütziger Bauträger und der Prüfung von planerischen Auflagen in den Verdichtungsgebieten im Rahmen der nächsten Bau- und Zonenplanrevision.

In der ersten Möglichkeit sondert der Stadtrat die beiden Grundstücke Göbli und Gaswerkareal aus. Einerseits ist das Gaswerkareal noch nicht im Eigentum der Stadt und vertraglich für eine Zwischennutzung vergeben. Andererseits ist das Land im Göbli für Projekte wie den Ökihof, den Werkhof und den Feuerwehrstützpunkt vorgesehen.

Der Entwurf des Masterplans für das der Stadt gehörende Areal Steinlager an der Industriestrasse sieht eine hohe Verdichtung vor, schreibt der Stadtrat. «Damit ist die Voraussetzung gegeben, dass in diesem Perimeter grundsätzlich ein hoher Anteil an preisgünstigem Wohnraum realisiert werden kann.» Die definitive Nutzung der Grundstücke werde in den kommenden Jahren konkretisiert. Der Zeithorizont zur Entwicklung ist 2019.

Langfristige und gescheiterte Vorhaben

Zwei Blocks südlicher, wo heute das Werkhof- und Feuerwehrareal besteht, ist zum derzeitigen Zeitpunkt grundsätzlich ebenfalls eine Abgabe im Baurecht zu Gunsten preisgünstiger Wohnungen vorstellbar, führt der Stadtrat weiter aus. Allerdings nehme die Verlegung der ansässigen städtischen Betriebe 10 bis 15 Jahre in Anspruch.

Beim Versuch, die Häuser Knopfliweg 4 und 6 zu verkaufen sowie an der Zugerbergstrasse 6 bis 10 Notwohnungen zu erstellen, scheiterte der Stadtrat bekanntlich. Beide Projekte sollen nun gemeinnützigen Bauträgern angeboten werden. An der Zugerbergstrasse sei ein Wettbewerbsverfahren mit Bauverpflichtung, wie es beispielsweise Zürich oder Bern bereits erfolgreich für den preisgünstigen Wohnraum anwenden würden, denkbar. Das Projekt am Knopfliweg könnte noch in diesem Jahr realisiert werden, der Zeithorizont für das Projekt an der Zugerbergstrasse ist 2019 und die Nutzung voraussichtlich in drei bis fünf Jahren, wie der Stadtrat ergänzt.

Ebenfalls ein Wettbewerb soll für die zwei städtischen Grundstücke an der Chamerstrasse 115 ausgeschrieben werden. Dort sind heute ein dreistöckiger Gewerbebau und eine Wiese, die als Parkplätze für Besucher des Brüggli im Sommer dient. Das Areal eigne sich für eine Überbauung mit einer Mischnutzung unter Einschluss von preisgünstigen Wohnungen und beispielsweise einer gewerblichen Erdgeschossnutzung im preisgünstigen Sektor, schreibt der Stadtrat. «Allerdings lassen die rechtlichen Rahmenbedingungen eine Ausschreibung nicht vor Herbst 2019 zu.»

Finanzielle Unterstützung

Neben der Möglichkeit, eigene Grundstücke im Baurecht zur Verfügung zu stellen, kann gemeinnützigen Bauträgern das Baurecht zu Gunsten von preisgünstigem Wohnraum auf privaten Grundstücken ermöglicht werden. Diese Idee stammt von der IG Wohnbaugenossenschaften Zug. Der Stadtrat steht diesem Vorschlag positiv gegenüber.

So soll der Landwert über einen Beitrag an den Baurechtszins künstlich gesenkt werden. Die Stadt könnte einen Beitrag leisten, der sich aus der Differenz zwischen dem Baurechtszins nach Marktniveau und dem der Wohnbauförderungsvorschriften ergibt. Dieser Betrag wird dann hochgerechnet auf die Laufzeit der Förderung von 20 Jahren als Rentenbarwert bestimmt. Per Ende 2013 verfügt die Stadt über eine entsprechende Rückstellung von 6,6 Millionen Franken.

Mit der Verordnung über die Zone für den preisgünstigen Wohnungsbau mit den Obergrenzen für Mietzins und Kaufpreise (2013) und der Einführung und Umsetzung der Richtlinien für die Zuteilung der preisgünstigen Wohnungen (2017) sind zwei Massnahmen zur Erfüllung der Initiative bereits umgesetzt.

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