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So viel hat der Zuger Wahlkampf gekostet

Eine Million Franken könnte der Wahlkampf für den Regierungs- und Kantonsrat sowie den Stadtrat und das Stadtzuger Parlament insgesamt gekostet haben. Ein Politiker hat keinen Franken ausgegeben und ist prompt nicht mehr gewählt worden.
Charly Keiser
Plakate haben die Wahlen geprägt – und ausserdem recht viel Geld gekostet. (Bild: Werner Schelbert (Hünenberg, 10. September 2018))

Plakate haben die Wahlen geprägt – und ausserdem recht viel Geld gekostet. (Bild: Werner Schelbert (Hünenberg, 10. September 2018))

Am 7. Oktober fand der sogenannte Zuger «Super Sunday» mit den Wahlen des Kantons- und Regierungsrats, des Stadtzuger Parlaments, der Gemeinderäte und der Mitglieder der Rechnungsprüfungskommissionen statt. Mit der Stichwahl für das Stadtpräsidium vom Sonntag, 2. Dezember, ist der Wahlkampf nun zu Ende.

Wie viel hat der Wahlkampf exklusive den Ausgaben für den Wahlkampf in den Gemeinden insgesamt gekostet? Wer hat für was wie viel bezahlt? Fragen, die in der Schweiz oft heikel sind. Für uns Schweizer ist nämlich der Lohn Privatsache und ob und mit wie viel Geld jemand einen Politiker und eine Partei unterstützt, geht (bislang noch) niemanden etwas an.

Print-Inserate für rund 200 000 Franken

Gespräche mit unserem Verlag, mit Kandidaten und Involvierten geben folgenden Überblick: Die Inserate im regionalen Print-Bereich haben rund 200 000 Franken gekostet, dazu kommen die Ausgaben für TV, Radio, Plakate, Give-aways sowie Onlinewerbung, Druck und Versand beziehungsweise Verteilung und Aufstellung der Wahlwerbung. Rund 750 000 Franken dürften die Parteien sowie bis zu 250 000 Franken die Kandidaten in den Wahlkampf investiert haben, wie unsere Recherche zeigt. Gut möglich also, dass der «Super Sunday» eine Million Franken gekostet hat.

Die FDP des Kantons Zug legte schon vor dem Wahltermin offen, dass sie rund 200 000 Franken für den Wahlkampf aufwenden will. «Die Sektionen und Kandidaten setzen zum Teil noch eigene Budgets für den örtlichen oder persönlichen Wahlkampf ein», heisst es im Text auf der Webseite. Die Finanzierung setze sich zur Hälfte aus Beiträgen der Sektionen (17 Prozent), der Amtsträger (20 Prozent) und der Kandidaten (13 Prozent) zusammen. Die andere Hälfte bestehe aus Erträgen von Veranstaltungen oder Verkäufen (4 Prozent), aus Spenden von Privaten (11 Prozent), Firmen (12 Prozent), Vereinen und Verbänden (1 Prozent) sowie von Beiträgen des FDP-Donatorenclubs (22 Prozent), der aus FDP-Mitgliedern bestehe.

60 000 Franken und nach oben offen. So hoch ist der Check, den ein Baarer Räbevater oder ein ambitionierter Regierungsratskandidat ausfüllen muss. Dies bestätigen die beiden neu gewählten FDP-Regierungsräte Andreas Hostettler und Florian Weber. Er habe seinen Wahlkampf weitgehend aus privaten Mitteln bestritten, betont Hostettler und Weber fügt an: «Wir haben beide etwa gleich viel an Geld und Zeit investiert und uns gegenseitig bestmöglich unterstützt.»

Das Budget ins Internet gestellt

Ein offenes Buch ist auch das Wahlbudget der Alternative – die Grünen, die das Wahlkampfbudget mit Einnahmen und Ausgaben auf ihrer Webseite aufgeschaltet hat. Die Partei verfügte im Wahlkampf über 115 000 Franken plus 24 000 Franken des Komitees Andreas Hürlimann.

GLP-Vertreter Daniel Stadlin sagt, dass die Partei inklusive Regierungsrat, Gemeinderat Baar und Cham, Stadtrat und GGR 74 000 Franken ausgegeben hat. Er betont: «Die Regierungsratskandidatur kostete circa 25 000 Franken, die vollumfänglich von mir übernommen wurden und im Gesamtbetrag eingerechnet sind.»

Der Wahlkampf für den Kantonsrat würden die Sektionen bestreiten, gibt SVP-Wahlkampfleiter Daniel Staffelbach Auskunft: «Die Kantonalpartei unterstützt sie lediglich mit Sachwerten und Dienstleistungen im Bereich Grafik und Plakate.» Er habe keine Ahnung, wie viel die einzelnen Kantonsräte für ihren Wahlkampf ausgegeben hätten und auch die Regierungsratskandidaten hätten ihren Wahlkampf mit eigenen Mitteln bestritten. «Stephan Schleiss und ich haben Plakate und je einen professionellen Film machen sowie wenige Inserate in der Zeitung schalten lassen», sagt Finanzdirektor Heinz Tännler. «Das alles hat keine sechsstellige Zahl gekostet. Wir waren bescheiden unterwegs und waren der Meinung, mit unserer guten Arbeit in den letzten vier Jahren die beste Wahlwerbung gemacht zu haben.»

Keine Antwort gab es gestern von der CVP des Kantons Zug und den anderen in diesem Text nicht genannten Regierungsratskandidaten.

Die Mobilisierung ist wichtig

Auch bei der SP werde der Wahlkampf budgetmässig von der Kantonalpartei organisiert, der durch Abgaben der Mandatsträger und Beiträgen der Mitglieder gespiesen werde, sagt SP-Stadtratskandidat Rupan Sivaganesan. «Und ich habe viel Manpower mit kleben, kleistern und Flyern verteilen eingesetzt.»

Im «tiefen fünfstelligen Bereich» war das Budget von Stadtrat Urs Raschle (CVP) und seine Kollegin Vroni Straub erklärt: «Wir von der CSP haben insgesamt 50000 Franken für die Wahlen ausgegeben. Da ist meine Kampagne inklusive zweitem Wahlgang eingeschlossen.» Einen beträchtlichen Betrag habe die Partei übernommen und den anderen Teil hätten sie selbst getragen, sagen FDP-Stadtrat Karl Kobelt und seine Parteikollegin Eliane Birchmeier. Sie verweisen, wie Stadtrat André Wicki (SVP), auf die vielen Stunden, die sie mit Parteikollegen auf der Strasse und beim Flyer-Verteilen verbracht hätten.

Werner Hauser (FDP) hat keinen Franken für eine Wiederwahl in den GGR gesteckt. Er wurde prompt nicht mehr gewählt, rückt allerdings für Birchmeier nach. «Ich wollte herausfinden, ob die Leute mich oder meine Partei wählen», sagt Hauser: «Mein Fazit ist, dass die Mobilisierung des Einzelnen tatsächlich wichtig ist.»

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