So will der Kanton Zug das Wachstum bremsen

Die Landschaft vor Zersiedelung schützen und die Bevölkerungsentwicklung im Kanton Zug begrenzen: Die Zuger Regierung hat am Montag Massnahmen präsentiert, wie sie das Wachstum drosseln will.

Drucken
Teilen
In der Stadt Zug wird viel gebaut. (Bild: Archiv Werner Schelbert / Neue ZZ)

In der Stadt Zug wird viel gebaut. (Bild: Archiv Werner Schelbert / Neue ZZ)

Die überdurchschnittliche Bevölkerungsentwicklung und die wirtschaftliche Prosperität haben nach Ansicht der Zuger Regierung das Gesicht des Kantons Zug in den letzten Jahren nachhaltig verändert. So beklagen sich die Leute immer wieder über den Verlust von vertrauten Ortsbildern, schönen Landstrichen und mithin ihrer Zuger Identität. Zudem treibe die Nachfrage nach Immobilien die Mieten in unbezahlbare Höhen.

Deshalb hat die Zuger Baudirektion am Montag verschiedene Massnahmen präsentiert, wie sie das Wachstum begrenzen will.

  • Bevölkerungsentwicklung korrigieren: Die Bevölkerungsentwicklung wird nach unten korrigiert. 2020 sollen 124'000 Personen statt wie früher geplant 127'000 im Kanton Zug leben. Diese Zahl ist für die Gemeinden verbindlich. 2030 sollen 135'000 Personen im Kanton leben.
  • Siedlungsfläche begrenzen: Die Zuger Gemeinden sollen auf Neueinzonungen verzichten. Die heutige Zahl von 16 Prozent unüberbauter Fläche soll erhalten bleiben. Die Gemeinden sollen nur noch innerhalb der heutigen Bauzonen wachsen.
  • Verdichtung: Um die Entwicklung nach innen zu fördern, bezeichnet der Richtplan neu Gebiete für Verdichtung.
  • Zahlbare Wohnungen: Gemäss neuem Richtplan müssen Kanton und Gemeinden Wohnraum zu tragbaren finanziellen Bedingungen schaffen, wie es auch die bestehende Wohnraumförderung will.
  • Lorzenebene: Eine Änderung ist beim Richtplaneintrag Lorzenebene geplant, nachdem der Auftrag zur Erarbeitung eines Erholungs- und Nutzungskonzepts bereits erfüllt wurde. Neu werden die Leitidee und die zentralen Massnahmen festgelegt, um die verschiedenen Bedürfnisse von Erholungssuchenden, Natur und Landwirtschaft aufeinander abzustimmen.

Der Richtplan geht nun in den Zuger Kantonrat. Anschliessend wird dieser dem Bundesrat zur Genehmigung unterbreitet. Im Übrigen hat der Bund die Richtplananpassungen bereits vorgeprüft und sie als innovativ mit «Pioniercharakter» gewürdigt.

pd/rem