In Zug kaufen sogar Kunden aus der Westschweiz Christbäume

Beim einen Händler gehen die Tannenbäume dieses Jahr früher weg, der andere rechnet mit dem grossen Ansturm am Wochenende. Gefragt sind echte Christbäume auch dieses Jahr im Kanton Zug.

Christopher Gilb
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Alois Diethelm verkauft gemeinsam mit Tochter Rebecca am Zuger Bundesplatz Christbäume. (Bild: Maria Schmid (21. Dezember 2018))

Alois Diethelm verkauft gemeinsam mit Tochter Rebecca am Zuger Bundesplatz Christbäume. (Bild: Maria Schmid (21. Dezember 2018))

Seit über 25 Jahren verbringt Alois Diethelm-Gwerder die Adventszeit auf dem Stadtzuger Bundesplatz oder EPA-Platz, wie er ihn noch nennt, und verkauft Christbäume. Die Bäume, die er verkauft, wachsen in einer Christbaumkultur im Sattel. Doch dieses Jahr laufe das Geschäft eher schleppend. «In der Stadt Zug werden die Christbäume aber sowieso tendenziell eher später gekauft, hier heisst es bis kurz vor Weihnachten noch Business und Arbeiten, erst dann wird umgeschaltet und richtige Weihnachtsstimmung kommt auf.»

Entsprechend würden auch eher spät die Christbäume gekauft werden. Doch dieses Jahr falle das Weihnachtsfest auch noch auf einen ungünstigen Tag. «Da das letzte Adventwochenende, an dem noch viele Bäume gekauft werden, auch gleichzeitig die letzten Tage vor Weihnachten sind, ist es bis zuletzt schwer abzuschätzen, wie viel Bäume noch gebraucht werden. Das ist nicht ideal», so Gwerder. Doch er bleibe wie immer bis Montag auf dem Platz. «Solange wie der Coop geöffnet hat. Und am 24. rechne ich dann auch ab.» Insgesamt verkaufe er pro Jahr rund 350 Christbäume, soviel würden es schlussendlich auch etwa dieses Jahr sein.

«Tendenziell werden die Christbäume früher gekauft», Alois Diethelm-Gwerder, Christbaumverkäufer

Nordmanntanne bleibt am beliebtesten

Am beliebtesten bei der Kundschaft sei weiterhin die Nordmanntanne. «Man merkt, dass einige Wohnungen in der Stadt Zug auch höher sind, sodass auch mal die 3.50 Meter grosse Variante gekauft wird», so Diethelm.

Vor der Verkaufssaison war noch das trockene Wetter ein Thema. Auch die einheimischen Tannenbäume hatten mit der Hitze und Trockenheit im Frühling und Sommer zu kämpfen. Bei der Korporation Walchwil ist etwa ein Viertel der frisch gepflanzten Christbäume vertrocknet und abgestorben (Ausgabe vom 29. November). «Für Jungbäume war das sicher nicht gut», sagt Gwerder. Insgesamt sehe er es aber locker. «Hätte es zu viel geregnet, wäre dann eben das ein Thema gewesen», sagt er abgeklärt.

Immer wieder hört man auch, dass die künstlichen Christbäume die echten teilweise verdrängen würden. Davon merke er nichts, so Gwerder. «Wenn man schon als Kind gewöhnt war, einen echten Christbaum zu Hause zu haben, will man auch später diese Tradition fortsetzen.» Etwas anders als Alois Diethelm erlebt Beda Schlumpf den diesjährigen Verkauf, aber das mag auch an seinem Standort liegen. Seine Kultur befindet sich auf seinem Hof in Steinhausen. «Tendenziell werden in letzter Zeit die Christbäume eher schon früher gekauft», so Schlumpf. Zum Teil würden die Leute diese schon am 1. Advent aufstellen wollen. «Denn sie wissen, dass das ein regionales Produkt ist, also ein frischer Baum, der entsprechend lange hält.»

Zehn verschiedene Christbaumarten bietet Schlumpf zum Verkauf an. «Es gibt immer wieder Leute, die etwas Spezielles suchen. » Und diese kämen zum Teil auch von weit her. «Sogar aus der Westschweiz kommen Kunden.» Aber der meistverkaufte Baum ist auch bei Beda Schlumpf, was auch sonst: die Nordmanntanne.

Lange Freude am Baum

Am Stand von Alois Diethelm hängt für alle gut sichtbar eine Liste mit Tipps, wie der Christbaum möglichst lange hält, vor allem bis mindestens zum Weihnachtsfest: Der Raum, in dem der Baum steht, sollte nicht zu warm sein. Falls der Baum neben einer Heizung steht, soll man diese deshalb zurückdrehen. Zudem soll Zugluft und direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden. Mit Wasser versorgt, bleibt der Baum zudem länger frisch. Damit er das Wasser aufnehmen kann, sollte er mit der Rinde genügend tief im Wasser stehen. Idealerweise soll er vor dem Aufstellen frisch angeschnitten 
werden. (cg)