SOLARENERGIE: Zuger bekommen wenig vom Kanton

Die Schweizer Solarbranche boomt – verkauft wird aber fast nur ins Ausland. Der Grund: fehlende Förderung. Auch beim Kanton Zug gibt es nicht viel zu holen.

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Solarenergie ist in Zug nicht einfach zu bekommen. (Bild Keystone)

Solarenergie ist in Zug nicht einfach zu bekommen. (Bild Keystone)

Normalerweise ist der Kanton Zug in Statistiken immer an erster Stelle zu finden – bei den Steuern oder beim Einkommen zum Beispiel. Normalerweise. Wenn es um die Förderung von Solaranlagen auf Ein- und Mehrfamilienhäusern geht, rangiert der Kanton auf einem der letzten Plätzen. Während Musterkantone wie Basel fast die Hälfte einer Solaranlage finanzieren, gibt es beim Kanton Zug bisher nichts zu holen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue WWF-Studie.

Entsprechend steht erst auf 3 Prozent aller Schweizer Einfamilienhausdächer eine Anlage, schätzt David Stickelberger vom Fachverband Swissolar. Das, obwohl eine der grossen Schweizer Solarfirmen direkt vor der Haustür in Rotkreuz produziert.  In der Schweiz werden laut Swisssolar rund 500 Millionen Franken mit Solartechnologie verdient, 90 Prozent davon allerdings im Ausland.

Komplizierte Bewilligungsverfahren schrecken ab
Der Zuger Baudirektor Heinz Tännler ist nicht der Meinung, dass im Bereich Energieeffizienz im Kanton allgemein Nachholbedarf besteht. Es sei jedoch richtig, das der Kanton bisher kein Geld zur Förderung von Solaranlagen bereitstelle.

Laut Bruno Trüssel, Stadtökologe der Stadt Zug, sei jedoch die Anschubfinanzierung der Anlagen nicht der einzig entscheidende Aspekt für die wenigen Solaranlage auf Zugs Dächern: «Komplizierte Bewilligungsverfahren für die Anlagen schrecken die Leute ab. Ich würde mir in Zug da ein einfacheres Vorgehen wünschen.»

«Ab kommendem Jahr soll es so weit sein»
Bei der Umsetzung der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) ist in Zug, wie in den anderen Zentralschweizer Kantonen, ebenfalls noch nicht viel geschehen. Die MuKEn sieht unter anderem vor, dass nur 80 Prozent des Wärmebedarfs von Neubauten für Heizung und Wasser mit fossilen Energien gedeckt werden dürfen. Laut Tännler ist der Kanton hier aber ebenfalls am Aufholen: «Der Kanton wird einer der ersten sein, der die neuen Mustervorschriften – die deutlich weitergehe – umsetzt. Ab kommenden Jahr soll es so weit sein.»

Längst wecken solche Anlagen nicht nur das Interesse von Investoren und Bauherren, sondern auch die Mieter verlangen heute danach. Laut WWF sei das Bedürfnis nach Warmwasser dank Sonnenkollektoren bei den Mietern sogar grösser als bei Hausbesitzern. In einer früheren Umfrage gaben 90 Prozent an, dass sie Solarstrom wollen. Zwei Drittel waren auch bereit, dafür mehr zu bezahlen.

Nelly Keune

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.