«Solaris» in Walchwil: Ein Hotel für Langzeitpatienten

Das Zentrum Elisabeth in Walchwil gewährt einen Blick in den Neubau Solaris mit 15 neuen Hotelzimmern für MS-Kranke.

Tijana Nikolic
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Das Gebäude zeichnet sich durch seine Helligkeit aus.
10 Bilder
Die Farbe Grün zieht sich durch den gesamten Neubau.
Hohe Fensterfronten ermöglichen den Blick auf den Zugersee.
Der Neubau von innen.
Lädt zum Verweilen ein: Der Ess- und Kaffeebereich.
Die Einrichtung präsentiert sich modern.
Viel Platz gibt es im Neubau.
Impressionen aus dem Neubau.
So sehen die Zimmer aus.
Das Gebäude von aussen.

Das Gebäude zeichnet sich durch seine Helligkeit aus.

Bild: Maria Schmid (Walchwil, 3.April 2020)

Modernes, in angenehm beruhigenden Grüntönen gehaltenes Ambiente lädt zum Verweilen ein. Ob man den Nachmittagskaffee drinnen bei einem gemütlichen Schwatz mit dem Personal trinken möchte oder sich doch für erholsame Ruhe auf dem grosszügigen Balkon entscheidet, spielt keine Rolle. Denn auch vom Restaurant aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf den Zugersee und die Rigi. Grosszügig Platz hat es überall, dies nicht nur wegen der Massnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus. Denn das neu eröffnete Erweiterungsgebäude Solaris des Zentrums Elisabeth an der Hinterbergstrasse in Walchwil ist ganz auf Rollstuhlgänger eingestellt. Rund eineinhalb Jahre nach dem Spatenstich konnte das 10-Millionen-Projekt endlich bezogen werden. Die 15 neuen Zimmer im Solaris sind für chronisch-neurologisch erkrankte, insbesondere Multiple Sklerose (MS) betroffene Langzeitgäste mit spitex-basierter Pflegeleistungen gedacht.

Das Zentrum Elisabeth ist bereits seit 22 Jahren auf solche Fälle für Personen jeden Alters ausgerichtet. «Feriengäste aus der ganzen Schweiz verbringen in den 60 Zimmern im Hauptgebäude ihre Ferien oder machen eine Kur», sagt Geschäftsführerin Monika Leuenberger. 12 der 15 neuen Zimmer seien bereits im Voraus reserviert worden. Einer der Langzeitgäste sei bereits seit 20 Jahren im Zentrum. Drei Zimmer seien noch frei und werden zeitweise von Feriengästen genutzt. «Wegen des Coronavirus haben wir momentan Besuchsverbot. Ansonsten ist hier ein reger Betrieb und eine lockere Stimmung, die unsere Gäste sehr schätzen. Sie fühlen sich wie in den Ferien und nicht wie in einem Pflegeheim», so Leuenberger.

Auch der Fitnessraum gehört zu den Leistungen

Für rund 4700 Franken monatlich mit Vollpension können die Bewohner die 40 Quadratmeter grossen Zimmer, inklusive Badezimmer, beziehen. «Zu jedem Wohnraum gehört ebenfalls eine gedeckte Terrasse mit einer Fläche von rund zehn Quadratmetern mit Berg- und Seesicht», so Leuenberger. Die Zimmereinrichtung könne auf Wunsch mit persönlichen Gegenständen erweitert werden. Nebst multifunktionalem Pflegebett gibt es im Badezimmer ein unterfahrbares Waschbecken und sowohl eine befahrbare Dusche mit Duschhocker mit Haltegriffen als auch eine Toilette mit Haltegriffen. Ebenfalls im Aufenthalt inbegriffen sei die Benutzung der Bibliothek oder des Fitnessraums mit MS-spezifischen Trainingsgeräten. «Wir bieten auch Massagen, Fusspflege oder einen Hauscoiffeur an», so Leuenberger. «Die rund 15 Angestellten helfen den Gästen beim Anziehen, der Körperpflege und beim Essen. Darüber hinaus ist jeder Gast für sich selber verantwortlich, da wir kein Alters- oder Pflegeheim sind», erklärt Leuenberger. Der Baulärm, auch als eine grosszügige Rollstuhlrampe zwischen dem Neubau und dem Haupthaus gebaut wurde, habe die Aufenthalter nicht gestört. «Alle waren neugierig, wie alles genau aussehen wird», erinnert sich Leuenberger. Bis am 1. Mai sollen Garderoben für die Mitarbeitenden im unteren Stock des Zentrums realisiert werden, danach sei das ganze Projekt mit allen Bauplänen offiziell beendet.