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Soll in der Altstadt von Zug flächendeckend Tempo 30 gelten?

Pro/Contra: In der Stadt Zug könnte schon bald im ganzen Bereich der Altstadt Tempo 30 vorgeschrieben sein. Ein Segen für die Anwohner und Passanten, oder eine Schikane für die Autofahrer?
Zoe Gwerder / Raphael Biermayr

Pro

Werden zum Schutz vor Lärm Tempo-30-Zonen errichtet, wird das Übel an der Wurzel gepackt. Gerade in einer Altstadt, wie in Zug, wo es bei älteren und alten Häusern schwierig ist, dem Lärm über bauliche Massnahmen zu begegnen, macht die Tempo-Reduktion Sinn.

Auch für das Wohlbefinden ausserhalb der eigenen vier Wände – sei es zu Fuss oder mit dem Velo – sind Tempo-30-Zonen eine Wohltat. Nicht nur im Wissen darum, dass Unfälle bei einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern die Stunde meist viel glimpflicher ausgehen, als bei Tempo 50, sondern auch, weil es unangenehm ist, wenn Autos mit 50 an einem vorbeifahren.

Zoe Gwerder Redaktorin Zuger Zeitung

Zoe Gwerder
Redaktorin Zuger Zeitung

Wichtig ist jedoch, dass nicht nur die Geschwindigkeit herabgesetzt, sondern, dass auch die Gestaltung der Strasse angepasst wird. So, dass es auch als Autofahrer einfacher wird, sich an die Tempo-30-Limite zu halten. Denn nichts ist anstrengender, als auf einer breiten, geraden Strasse mit Tempo 30 durch die Welt zu tuckern.

In einer Stadt aber – wie im Bereich der Altstadt Zug, mit seiner engen Strassenkulisse und dem regen Publikums- und Autoverkehr – macht Tempo-30 einfach Sinn. Sei es für die Lärmgeplagten, die Fussgänger oder Velofahrer. Und auch wenn man mit dem Auto langsamer fahren muss – auf die Fahrzeit hat die Temporeduktion in Teilen der Stadt wohl kaum einen Einfluss.

Contra

Wer neben einer Strasse wohnt, ist Lärm ausgesetzt. Daran gibt es nichts zu deuteln. Gerade im Sommer, wenn die Fenster offenstehen, werden die Nerven beansprucht. Aber es gibt gute Nachrichten für Lärmgeplagte: Der Fortschritt sorgt aber dafür, dass die Belastung abnimmt – Stichwort Elektromobilität.

Und wer die Fenster und Türen seines Hauses oder seiner Wohnung nach heutigen Energiestandards isoliert, der schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe, denn so werden Geräusche aussen vor gelassen. Und schliesslich gilt es, sich im Aushalten zu üben – eine der meistunterschätzten menschlichen Eigenschaften.

Raphael Biermayr Redaktor Zuger Zeitung

Raphael Biermayr
Redaktor Zuger Zeitung


Grossflächig Tempo-30-Zonen vor dem Hintergrund von Lärmbelastung einzuzeichnen, ist daher unnötig. Anders sieht es in Sachen Sicherheit aus: Dort, wo es eine Menge Fussgänger und insbesondere Kinder auf Autos treffen – namentlich in Zentrumslagen sowie um Bahnhöfe und Schulen – spricht nichts dagegen, die Geschwindigkeit tief zu halten. Allerdings nur tagsüber: Ein zeitlich flexibles Tempolimit, wie man es aus Deutschland kennt, wäre hier angezeigt.

Die Absicht der Zuger Alternativen, auf manchen Kantonsstrassen in der Stadt Tempo 30 einzuführen, ist also nicht grundsätzlich abzulehnen. Aber dass sogar die Ägeristrasse dazu zählen soll, schiesst über das Ziel hinaus.

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