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Kommentar

Soll man Brot selbst backen?

Zum heutigen «Welttag des Brotes» kreuzen die beiden Redaktoren Marco Morosoli und Raphael Biermayr die Klingen.
Marco Morosoli, Redaktor Zuger Zeitung

Marco Morosoli,
Redaktor Zuger Zeitung

Wenn wir über die Qualität von Brot reden, zeigen wir Schweizer immer gern mit dem Finger in Richtung Nordamerika. Aber auch das Brot vom Bäcker hat nicht gezwungenermassen eine Backstube durchlaufen, sondern viel eher ein Fliessband. Nach zwei Tagen ist solches Brot steinhart.

Demgegenüber sind Brot-Eigenkreationen sehr viel länger frisch. Das viel gehörte Argument, ich kann das nicht, greift auch zu kurz. Zwei verschiedene Mehlsorten, Hefe, Salz und Wasser. Alles gut kneten und hinterher etwas ruhen lassen. Ab in den Steamer oder in den Backofen. Das Handwerk dann noch mit Mehl bestäuben und alles ist gut. Der Duft von frischem Brot verdrängt zudem allfällige schlechte Gerüche. Das Gute an der Hausbäckerei ist zudem, dass Experimente erlaubt sind. Mal ein wenig mehr Roggenmehl, dann weniger Vollkornmehl nehmen. Mittlerweile ist ja auch beim gemahlenen Weizen der Vielfalt kaum noch Grenzen gesetzt.

Brot selber zu backen ist auch eine Therapie. Sich Zeit nehmen, nicht auf die Uhr schauen, im Backuniversum zu schweben, bringt einem etwas die Gelassenheit zurück, die wir heutzutage so sehr vermissen. Wagen Sie es.


Raphael Biermayr, Redaktor Neue Zuger Zeitung

Raphael Biermayr,
Redaktor Neue Zuger Zeitung


Die Mutter eines Jugendfreundes backte das Brot zu Hause mit einer Maschine. Das war vor über 20 Jahren etwas kurios, da einzigartig. Darüber hinaus war es aber auch unheimlich. Denn weil damals noch nicht so stark auf das Design geachtet wurde, strahlte die Maschine pure Zweckmässigkeit aus. Das ist bei nutzbringenden Gegenständen zwar durchaus gerechtfertigt, allerdings erinnerte mich die Maschine in ihrer Sterilität an ein Krankenhausgerät. Wer kann, mit dem damit einhergehenden, flauen Gefühl in der Magengegend, schon genüsslich eine Scheibe Brot essen?


Es wäre selbstverständlich verfehlt, das Brotbacken zu Hause nur wegen eines solchen Traumas abzulehnen. Denn es spricht ein weiterer ästhetischer Grund dagegen: Wer das geradezu anmutige Aussehen eines professionell gebackenen Brots schätzt, tut sich schwer mit der oftmals sichtbaren Amateurhaftigkeit eines selbst gebackenen.

Sinnlichkeit ist im Zusammenhang mit Brot ohnehin wichtig. Der Anblick einer Auslage einer Bäckerei – oder zur Not eines Detailhändlers – und der begleitende Geruch sind einfach nicht hinzukriegen. Auch nicht mit einer stilvollen Brotbackmaschine.

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