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Sommerplätzchen: Diese Chamer Badi lockt mit Charme, Aussicht – und speziellem Bier

In unserer diesjährigen Sommerserie stellen wir in loser Reihenfolge ausgewählte Sommerplätzchen vor: Heute entführen wir Sie an den Zugersee.
Christian Peter Meier
Eine Badi für alle: das «Hirsi» in Cham. (Bilder: Corinne Glanzmann, 17. Juli 2019)

Eine Badi für alle: das «Hirsi» in Cham. (Bilder: Corinne Glanzmann, 17. Juli 2019)

Nein, es ist keine zwingende Vorgabe dieser Serie: Die hier vorgestellten Sommerplätzchen müssen nicht am Wasser liegen. Trotzdem entführe auch ich Sie an die Gestade eines Gewässers, genauer: in den Chamer Hirsgarten am Nordufer des Zugersees. Hier liegt eine keineswegs mondäne und doch wunderschöne Badi – das «Hirsi».

Am Zugersee steht das «Hirsi» in grosser Konkurrenz zu weiteren traumhaften Badeanstalten, etwa dem Seelikon und der sogenannten Männerbadi in Zug oder der Badi Trubikon bei Oberwil. Es ist eine Qual der Wahl. Oder eben auch nicht. Denn meistens zieht es mich tatsächlich in den Hirsgarten – wohl auch, weil damit für mich als Zuger mit Chamer Migrationshintergrund immer auch eine kleine Reise in die Kindheit verbunden ist. Damals war das «Hirsi» neben dem stolzen Chamer Strandbad, das es ja auch noch gibt, ein hässliches Entlein. Alte, unappetitliche Nichtschwimmer-Plattformen waren in den See eingelassen, in denen für uns Primarschüler in den Siebzigern sporadisch der Turn- oder eben Schwimmunterricht stattfand.

Die Aussicht ist unbezahlbar

Tempi passati. Die schwimmenden Holz-Metall-Konstruktionen wurden zum Glück längst entfernt – ebenso wie abschirmende Hecken, hinter denen sich der hübsche Holzpavillon der Badi lange versteckte. Nun lockt das «Hirsi» gut sichtbar mit seinem spröden Charme. Viel Infrastruktur bietet das Bad nicht: eine Liegewiese, eine schwimmernde Holzplattform, Sanitäranlagen, zwei Flosse im See, den Verleih von Stand Up Paddles, einen Ping-Pong-Tisch sowie ein Kiosk-Restaurant, auf das noch zurückzukommen sein wird.

Soweit so bünzlig-normal. Spektakulär dagegen ist die Aussicht, die sich dem Besucher an diesem stramm nach Süden ausgerichteten Ort eröffnet. Dominiert wird das Szenario von der eindrücklichen Rigi-Pyramide. Der Blick übers Wasser hin zu diesem Monument, fasziniert immer wieder von neuem und lässt erahnen, warum es etwa dem englischen Maler William Turner so gut bei uns gefallen hat. (Nebenbei: Das Luzerner Kunstmuseum, aktuell mit Werken eben dieses romantischen Malers, wäre noch ein weiteres empfehlenswertes Sommerplätzchen …) Der an den Hirsgarten angrenzende Villettepark mit seinem alten Baumbestand, der mächtige Chamer Kirchturm und die Innerschweizer Bergwelt am Horizont ergänzen das fantastische Panorama. Wenn sich schliesslich bei guter Fernsicht über dem Michelskreuz auch noch die weissen Spitzen der Berner Viertausender zeigen, ist das Glück perfekt.

Mit einem Aperol Spritz und Blick auf die Rigi-Pyramide lässt es sich gut leben.

Mit einem Aperol Spritz und Blick auf die Rigi-Pyramide lässt es sich gut leben.

Apropos: Glücklich kann sich die Gemeinde schätzen, dass mit Roger Wyss und Erol Karadag schon seit über einem Jahrzehnt zwei innovative Chamer für den Restaurationsbetrieb im «Hirsi» verantwortlich zeichnen. Legendär sind etwa ihre Paella-Abende, die bei schönem Wetter jeweils am Donnerstag stattfinden. Und dann ist da noch der glückliche Umstand zu erwähnen, dass die beiden gleichen (noch immer) jungen Männer mit dem Spitznamen Abi & Abi seit einiger Zeit auch als Bierbrauer tätig und erfolgreich sind. Stichwort: Chomer Braukunst. Die Mikrobrauerei bietet eine ganze Reihe von Spezialitäten, die zum Teil auch im «Hirsi» erhältlich sind. Dringend zu empfehlen ist etwa ein frisch gezapftes India Pale Ale.

Für Schöne und anders Schöne

Zu viel Bier mag sich freilich auf Dauer an der Hüfte absetzen. Im Chamer Hirsgarten ist das allerdings nicht ganz so schlimm. Denn wer sich hier in Badekleidern zeigen will, muss nicht erst ein Model-Casting durchlaufen. Nein, hier vermischen sich ganz entspannt die Generationen, die Schönen und die anders Schönen. Und natürlich auch, wie fast überall in Zug, die Sprachen: Wer sich nach einem Schwumm im Zugersee langsam von der Sonne trocknen lässt, hört alles – von Schweizerdeutsch bis Russisch.
Christian Peter Meier

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