SONDERSCHAU: Manche Uhr landet beim Zoll

Die am Strand gekaufte Rolex war ein Schnäppchen. Jetzt ist sie in Zug zu sehen – bei der Eid­genössischen Zollverwaltung.

Monika Wegmann
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Daniela Broghammer vom Grenzwachtkorps erklärt Jonas Marty (links) und Marco Wiget die Utensilien des Einsatzfahrzeugs. (Bild Roger Zbinden)

Daniela Broghammer vom Grenzwachtkorps erklärt Jonas Marty (links) und Marco Wiget die Utensilien des Einsatzfahrzeugs. (Bild Roger Zbinden)

Reporter Charly Keiser nimmt auf einer Harley-Davidson Platz. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
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Reporter Wolfgang Holz testet – und zieht die Blicke auf sich. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Sie merken erst, dass sie bestohlen wurden, als Christophe Ambre (rechts) ihnen die Beute unter die Nase streckt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
«Tenne»-Küchenchef Fernando Michlig zeigt Verena Merz, wie die Vorspeise angerichtet werden muss. (Bild: Charly Keiser)
Daniela Broghammer vom Grenzwachtkorps erklärt Jonas Marty (links) und Marco Wiget die Utensilien des Einsatzfahrzeugs. (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Unverhoffter Nachwuchs: In der Nacht auf Samstag – kurz bevor die Zuger Messe
ihre Tore öffnete – haben in deren Streichelzoo zwei schwarze Schafe das Licht der
Welt erblickt. Argwöhnisch und nervös beobachtet deren Mutter, wie die Chamerin
Cornelia Styger die beiden Wollknäuel auf ihren Schoss nimmt.
Riesenrad an der Zuger Messe. (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Der Stadtrat von Zug hatte alle Interessenten der Zuger Wirtschaft zum 6. Zuger Wirtschaftszmittag am Montag, 27. Oktober eingeladen. Dieser Anlass für 
Mitglieder der Zuger Wirtschaftskammer und Begleitpersonen fand erstmals an der 
Zuger Messe statt.
 
Der Vorsteher des Finanzdepartements der Stadt Zug, Dr. Karl Kobelt, begrüsste zusammen mit Peter Binggeli, Geschäftsführer der Messe Zug AG, die anwesenden über 400 Gäste. Peter Binggeli präsentierte im Rahmen dieser Veranstaltung Facts & Figures der Messe Zug AG und erläuterte, dass die Zuger Messe mit ihren 450 Ausstellern die grösste und erfolgreichste Herbstausstellung für Handel und Gewerbe in der Zentralschweiz sei und jährlich über 80'000 Besucher anziehe.
Nach diesen Kurzinformationen zur Zuger Messe 2014 ging man zum Lunch über, welcher im Restaurant Ägerital stattfand. Die Vertreterinnen und Vertreter der Zuger Wirtschaft nutzten diese Gelegenheit im Rahmen der Messe für einen regen Meinungsaustausch und interessante Gespräche.
Regierungsrat Matthias Michel erläutert den Unterschied zwischen Apps und der Realität an der Eröffnung. (Bild: Charly Keiser / Neue ZZ)
Im Fokus: Riesenrad (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)
Aussteller auf der Schlussgeraden: Bald gehts los. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Rolf und Gaby Hurni füllen einen in den Stand eingebauten
Stauraum auf. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Dominique d’Angelo drappiert die Auslage. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Riesenrad an der Zuger Messe. (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)

Reporter Charly Keiser nimmt auf einer Harley-Davidson Platz. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Wer hat nicht schon ein paar Flaschen Wein mehr als erlaubt eingekauft und – nach einem «bibbernden» Grenzübertritt – unverzollt heimgebracht? Darum erfreut es sicher viele Schweizer, dass die Freimengen seit 1. Juli erhöht worden sind, was nicht zuletzt dem Zoll die Arbeit erleichtert. «Ja, die neuen Reisebestimmungen sind ein grosses Thema», bestätigt Regula Ita, Dienstchefin Aufgabenvollzug der Eidgenössischen Zollverwaltung, an der Sonderschau der Zuger Messe in der Halle A2.

Vorsicht am Strand

Die Vitrine mit den chicen Shirts von Lacoste und Adidas, den Portemonnaies von Vuitton und dem teuren Parfüm wird am Stand von vielen Besuchern umschwärmt. «Was, das alles soll gefälscht sein?», sagt ein junges Mädchen erstaunt. «Ich kaufe auf Reisen nicht viel ein, vielleicht mal ein Kleid. Doch woran erkenne ich als Laie, welche Waren gefälscht sind?», fragt Barbara Landolt den Zollexperten Beat Elmiger. Der sagt klar: «Es ist immer die Frage, wo man kauft. Firmen von Markenartikeln verkaufen auch im Ausland oft nur in offiziellen Läden zu ähnlichen Preisen wie in der Schweiz. Wenn man solche Artikel am Strand oder auf einem Markt erwirbt und die Preisdifferenz gross ist, stimmt meist etwas nicht.»

Manches Souvenir kann dann am Zoll zum Problem werden. «Das habe ich nicht gewusst, hören wir fast täglich», sagt Elmiger. Man müsse sich halt informieren, notfalls im Internet. Erstaunlich ist, was alles beschlagnahmt wird: Massen von Uhren, aber auch Schuhe mit Schlangenleder, ein Elfenbeinstück und eine Flasche mit Schlangenwein, in der ein Kobrakopf schwimmt. Elmiger: «Das ist wirklich trinkbar.»

An einem Computer lässt sich feststellen, ob IDs oder Geldnoten echt sind. Etliche Leute wollen von der Grenzwächterin Daniela Broghammer wissen, wie sie die Dokumente kontrolliert. Als Spezialisierte für diesen Bereich zeigt sie geduldig, wie das funktioniert.

Der jüngste «Grenzwächter»

Auf besonderes Interesse stösst bei den Grenzwächtern der Einsatz der Spürhunde, die unter mehreren Koffern einen bestimmten Geruch herausfinden müssen. Vor allem der knapp fünf Monate alte schwarze Schäferhund Zimba, einer der rund 100 Hunde der Schweizer Zollverwaltung, hat es den Besuchern angetan. «Der ist so herzig», sagt ein Mädchen, als es den verspielten Hund beobachtet, obwohl der mit seinen kleinen Zähnen sichtlich schon fest zupacken kann. Seit der Welpenzeit wird er zum Betäubungsmittelspürhund ausgebildet. Andreas Akeret, Technischer Leiter für die Hundeausbildung am Flughafen in Kloten, erklärt, wie der Junghund sachte an neue Orte, Geräusche und Leute gewöhnt wird: «Vor allem fördern wir den Spieltrieb. Dies hilft mit, ihn für die spätere Sucharbeit nach Betäubungsmitteln, Waffen oder Markenschutzartikeln zu motivieren.»

Die Eidgenössische Zollverwaltung hat, wie die Informationstafeln zeigen, viele Aufgaben zu erfüllen: Dem zivilen Teil der Zollverwaltung obliegt die Kontrolle der Handelsware, den Grenzwächtern die Privatware. Laut Elmiger ist auch die Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig: «Wir geben hier gerne einen Einblick in unsere Tätigkeit und über die vielfältigen Berufsmöglichkeiten.»

Hinweis: Die Spürhunde des Grenzwachtkorps sind wieder nächsten Samstag und Sonntag, jeweils um 13, 14.30 und 16 Uhr, in der Halle 2 im Einsatz.