SOZIALES: Zug sucht Gespräch mit Pro Senectute

Der Kanton Zug anerkennt den Handlungsbedarf beim neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrecht. Nachdem in jüngster Vergangenheit Kritik laut wurde an der Tätigkeit der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), sucht der Regierungsrat nun das Gespräch mit den beteiligten Organisationen.

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Wie in anderen Kantonen ist die unabhängig tätige KESB im Kanton Zug seit der Einrichtung Anfang 2013 Gegenstand von Diskussionen. Vor zweieinhalb Wochen wurde beispielsweise bekannt, dass die Pro Senectute Kanton Zug die von der KESB übernommenen Beistandschaften für Menschen im AHV-Alter schrittweise bis Ende Jahr abgeben will. Den Rückzug begründet sie mit den hohen gesetzlichen Anforderungen.

Die administrative Aufsicht über die KESB übt die Direktion des Innern aus. Am Freitag hat der Zuger Regierungsrat nun angekündigt, das Verhältnis zwischen Aufgabenträgerinnen und -trägern verbessern zu wollen. Zu diesem Zweck sollen mit den beteiligten Organisationen moderierte Gespräche geführt werden.

Erklärtes Ziel sei es, "ein gemeinsames Verständnis der gegenseitigen Rollen und der Aufgabenerfüllung zu finden und das gegenseitige Verhältnis zu verbessern." Um dem Vorwurf der Voreingenommenheit zu begegnen, werde nicht die Direktion des Innern, sondern die Volkswirtschaftsdirektion mit der Aufgabe betraut.

Die Resultate der Gespräche sollen bis Ende Oktober vorliegen und in die von der Direktion des Innern ohnehin geplante Überprüfung der gesetzgeberischen und organisatorischen Anpassungen einfliessen, wie es in der Mitteilung heisst. Ob gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht, soll dann bis Ende November in einem Bericht dargelegt werden. (sda)