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SOZIALSTATISTIK: Drei von vier Zuger Familien können sparen

Im Kanton Zug ist der Mittelstand eher schwach vertreten - dafür verdienen die Einkommensschwachen mehr als in anderen Kantonen. Dies geht aus dem ersten Sozialbericht hervor, den der Regierungsrat am Dienstag vorgestellt hat.
Die Titelseite des Berichts zur sozialen Lage der Bevölkerung im Kanton Zug. (Bild: PD)

Die Titelseite des Berichts zur sozialen Lage der Bevölkerung im Kanton Zug. (Bild: PD)

Die "Berichterstattung zur sozialen Lage der Bevölkerung im Kanton Zug" (Sozialbericht) soll auch im Kanton Zug zu einem wichtigen Instrument werden, um eine Gesamtübersicht über das System der sozialen Sicherheit zu gewährleisten, teilte der Regierungsrat am Dienstag mit.

Der Zuger Sozialbericht, der nun regelmässig vorgelegt wird, soll auch als Steuerungsinstrument dienen: "Für gute Debatten und eine zielführende Sozialpolitik braucht es konsistent gesammelte und über die Jahre hinweg vergleichbare Grundlagen und Statistiken", wird Regierungsrätin Manuela Weichelt (Alternative - die Grünen) in der Mitteilung zitiert.

Hohe Löhne, kleine Mittelschicht

Gemäss Sozialbericht 2016 weist der Kanton Zug nach Basel-Stadt das höchste BIP pro Kopf aus - es hat sich seit 1981 fast verdoppelt. Den Einwohnern geht es dementsprechend gut.

Gemäss subjektiver Einschätzung haben Familien wie auch Haushalte ohne Kind "eher selten finanzielle Probleme". Rund 75 Prozent der Familien können Geld auf die Seite legen - im schweizerischen Mittel sind es 53 Prozent.

Die Zuger Mittelschicht ist dünn: 41 Prozent der Einwohner sind zu ihr zu zählen, 32 Prozent gehören zu den Einkommensschwachen, 27 Prozent zu den Einkommensstarken. Landesweit gehören rund 60 Prozent zum Mittelstand, je rund 20 Prozent liegen darunter und darüber.

Diese Zahlen sind aber zu relativieren, denn der Mittelstand wird statistisch anhand des durchschnittlichen Einkommens berechnet. "Das Medianeinkommen im Kanton Zug ist im Vergleich zur Gesamtschweiz hoch", heisst es im Sozialbericht. "Entsprechend gibt es in der Gruppe der Einkommensschwachen im Kanton Zug Haushalte, deren Einkommen in anderen Kantonen zur Mitte zählen würden."

Die Sozialhilfequote bleibt stabil

2015 Personen oder 1,7 Prozent der Zuger Bevölkerung waren gemäss Sozialbericht im Jahr 2014 auf wirtschaftliche Sozialhilfe angewiesen. Die Sozialhilfequote ist damit seit 2007 stabil geblieben und befindet sich unterhalb des landesweiten Durchschnitts von 3,2 Prozent.

Überdurchschnittlich häufig auf Unterstützung angewiesen sind Alleinerziehende sowie Personen ohne nachobligatorischen Bildungsabschluss, heisst es im Bericht.

Einen starken Anstieg wird bei den Nettoausgaben für Bedarfsleistungen verzeichnet: 2012 wurden 107 Millionen Franken ausgegeben. Das waren 28 Prozent mehr als 2007. Dafür verantwortlich sind hauptsächlich die individuellen Prämienverbilligungen zur obligatorischen Krankenversicherung (50,5 Millionen Franken, +30 Prozent) und die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV (34,8 Millionen, +45 Prozent).

Sieben Kantone mit Sozialberichten

Der Zuger Sozialbericht wird von Statistik Luzern (LUSTAT) in enger Begleitung durch die Direktion des Innern, die Volkswirtschaftsdirektion und die Fachstelle für Statistik herausgegeben.

Die Kantone Aargau, Bern, Luzern, Solothurn, Schwyz und Zürich verfügen bereits über einen Sozialbericht. Dieser wird von der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) empfohlen.

Hinweis: Der Sozialbericht zur Lage der Bevölkerung im Kanton Zug »

sda

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