Die Feldmusik Baar ging auf «Entdeckungsreisen»

Die Feldmusik wird am ersten Innerschweizer Musikfest in Hergiswil teilnehmen. Am Jahreskonzert hat sie bewiesen, dass ihr schwierige, komplexe Werke nicht «spanisch» vorkommen.

Daniela Sattler
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Die Feldmusik Baar bei ihrem Jahreskonzert im Gemeindesaal. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 10. Mai 2019))

Die Feldmusik Baar bei ihrem Jahreskonzert im Gemeindesaal. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 10. Mai 2019))

«Entdeckungsreisen» lautete das Motto des Jahreskonzertes, mit dem die Feldmusik Baar (FMB) unter der Leitung von Roman Caprez ihr Publikum im Gemeindesaal verwöhnte. Traditionsgemäss sorgten die Tambouren zum Auftakt mit rhythmischen Stücken für Stimmung. Eine äusserst passende Eröffnung, denn der fulminante Trommelwirbel war wie das nachfolgende Konzertprogramm – einladend, anregend, begeisternd und am liebsten niemals endend.

Nächsten Monat wird in Hergiswil das erste Innerschweizer Musikfest durchgeführt. Die FMB will sich an diesem, messen lassen. Daher beinhaltete das Programm am Freitag- und Samstagabend neben Stücken wie «Sax in the City» oder dem Super-Hit «Marvin Gaye» auch Kompositionen, mit denen das Orchester dort antreten wird.

Eine facettenreiche Komposition

So etwa das Aufgabenstück «The Mountains of Switzerland» von Oscar Navarro. Der spanische Blasmusikkomponist beschreibt darin die schöne, schroffe Berglandschaft aus der Perspektive eines majestätisch darüber hinweg schwebenden Adlers. Dieser bewundert die mächtige Alpenkulisse mit den leuchtenden Gipfeln, die tiefen Täler und kommt an saftigen Kuhwiesen sowie geschäftigen Dörfern vorbei. So facettenreich wie die Landschaft ist auch die Komposition. Mal hört man pompöse, wilde, fröhliche, mal gar etwas unheimliche Musik. Navarro lässt die Orchester ebenfalls Kuhglocken spielen, Echo-Effekte imitieren und als kleine Blaskapelle auftreten.

Mit dem Werk «Hispaniola» von Jan de Haan hat sich die FMB für ein komplexes und schwieriges Selbstwahlstück entschieden. La Española – Hispaniola – nannte Kolumbus eine karibische Insel, die seine Flotte auf dem Weg zur «neuen Welt» nach zwei Monaten auf See erreichte. Die drei Sätze von Jan de Haans Komposition beschreiben zunächst die Reisevorbereitungen, dann – temporeich, voll rhythmischer Überraschungen – die gefährliche Seereise und schliesslich aufkeimende Freude und Euphorie, als es endlich «Land in Sicht» heisst.

Tosender Beifall

Diese Vorträge waren spannend und abenteuerlich bis zum letzten Ton. Die Gäste belohnten die herausragenden Leistungen mit tosendem Beifall. «Es sind anspruchsvolle Stücke und es ist schön zu sehen, wie gut sie beim Publikum ankommen», meinte die Oboe spielende Janine Kilchör in der Pause. Beide Beiträge dauern rund 13 Minuten.