Spatenstich und Weltrekord: Die Zuger Konditorei Speck feiert Meilensteine

Im Mai 2022 soll die neue Backstube der Zuger Konditorei Speck an der Industriestrasse eröffnet werden. Am Montag fand der Spatenstich statt.

Vanessa Varisco
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Die Gebrüder Peter und Walter Speck (zweiter und vierter von links) mit ihrem Team beim Spatenstich.

Die Gebrüder Peter und Walter Speck (zweiter und vierter von links) mit ihrem Team beim Spatenstich.

Bild: PD

2020 war für die Zuger Konditorei Speck ein bewegtes Jahr: Nicht nur feierten sie 125-jähriges Bestehen, sondern stellten zu diesem Anlass Anfang Jahr auch gleich die weltgrösste Zuger Kirschtorte her, was Guinness World Records kürzlich bestätigte. Dazu fand am Montag ausserdem noch der Spatenstich für den neuen Produktionsstandort im Göbli statt, der im Mai 2022 in Betrieb genommen wird. Ab dann riecht es morgens im Göbli wohl nach dem Mandeltraditionsgebäck Speckli.

Herbstlich kühl ist es am gestrigen Morgen im Zuger Industriegebiet, Peter und Walter Speck sowie ihr Team strahlten trotzdem übers ganze Gesicht, als sie den Spaten symbolisch in die gefrorene Erde drücken. Zwei Jahre wurde dieser Standort geplant, der erste grosse Schritt ist nun also getan. Ein Neubau sei auf der Hand gelegen, denn an den bisherigen Standorten sei ein Ausbau nicht möglich.

«Ausserdem hätte die Produktion im Falle einer Erweiterung drei bis vier Monate stillgelegt werden müssen. So lange wollten wir unsere Kunden nicht auf das morgendliche Gipfeli warten lassen», führt Peter Speck aus und lächelt. Im Göbli konnte nun alles den Bedürfnissen der Bäcker angepasst werden, insbesondere auf die Arbeitszeiten wurde Rücksicht genommen. Durch die grössere Arbeitsfläche sollen die nächtlichen Einsätze in der Backstube fast gänzlich schwinden.

Auch Büroräumlichkeiten und Wohnungen entstehen

Des Weiteren gehört ein Café sowie ein Verkaufsladen zum neuen Standort, von dem aus die Besucher durch eine Glasscheibe direkten Einblick in die Herstellung der Backwaren erhalten. «Das ist eine Besonderheit des Gebäudes. Von aussen wie innen sieht man in die Stube, insgesamt von drei Seiten. Die Fassade des Gebäudes besteht im Erdgeschoss zu einem grossen Teil aus Glas», erklärt Dan Semrad vom CSL Architekturbüro, welches das Gebäude entworfen hat.

Rund 50 Mitarbeiter werden künftig hier tätig sein. Das auf einer Gesamtfläche von 2000 Quadratmeter. Doch nicht nur Produktion und Café erhalten hier ein neues Zuhause: In der ersten Etage sind Büroräumlichkeiten oder eine Arztpraxis denkbar. Darüber werden 14 möblierte Studios gebaut. Mieter werden derzeit noch gesucht, wie Peter Speck ausführt. Insgesamt wird der Bau 17 Millionen Franken kosten.

Weltrekordversuch wurde anerkannt

Gleichzeitig zum Spatenstich gaben die Gebrüder Speck bekannt, dass der Weltrekordversuch, die grösste Zuger Kirschtorte der Welt herzustellen, offiziell anerkannt wurde. Nach eingehender Prüfung hat Guinness World Records der Zuger Konditorei den Rekord zugestanden.

Insgesamt 241 Kilogramm wog der süsse Riese: Verwendet wurden 18 Kilogramm Butter, 23 Kilogramm Mehl, über 900 Eier sowie knapp 100 Liter Kirschlikör. «Dass der Rekord anerkannt wurde, freut und ehrt uns sehr. Wenn wir etwas machen, dann richtig, und dieser Rekordversuch hat uns viel Aufwand gekostet», so die Gebrüder Speck.

Denn damit der Versuch anerkannt wurde, musste die Verarbeitung mitgefilmt werden, ausserdem musste die Lebensmittelinspektion das Unterfangen begleiten und die Zertifizierung ebenfalls glücken. Am Samstag, dem 25. Januar, konnten Schaulustige im Metalli beobachten, wie Peter Speck zeitweise über der Torte schwebte, etwa um den Japonaisboden anzubringen oder die Buttercreme darüber zu streichen.

Begonnen hat die Produktion aber schon drei Tage vor der öffentlichen Veranstaltung: Insgesamt kostete die Herstellung der Kirschtorte 55 Stunden.