Spezielle Zuger Hilfe für Krypto-Start-ups

Die Situation vieler Jungfirmen ist angespannt. Ein neuer Fonds könnte Linderung bringen.

Harry Ziegler
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Im Kanton Zug finden sich viele Start-ups. Vor allem im Bereich der Blockchain-Technologie und der Kryptowährungen. Zahlreiche dieser Start-ups drohen durch die Maschen der Hilfsnetze, die Bund und Kanton Zug zur Bekämpfung der Coronakrise ausgeworfen haben, zu fallen. Das möchte der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler verhindern. Der Bund will zusammen mit den Kantonen 154 Millionen Franken bereitstellen, um Start-ups zu helfen. Die Zuger Finanzdirektion wird dem Regierungsrat beantragen, am Programm des Bundes teilzunehmen. Tännler schlägt zudem vor, die Hilfe des Bundes mit der Einrichtung einer Stiftung im Kanton Zug zu koppeln.

Laut eines Berichts der «Sonntagszeitung» vom letzten Wochenende gaben in einer noch unveröffentlichten Umfrage bei den 50 grössten Firmen, die zum Zuger Crypto Valley gezählt werden, 73 Prozent an, von der Coronakrise betroffen zu sein. 63 Prozent sagten, dass ihre Geschäftsaussichten nicht gerade rosig aussähen und bei 35 Prozent habe sich die Finanzlage verschlechtert. Eine Mehrheit der Firmen hat als Reaktion auf die Krise ihre Budgets zusammengestrichen. Und 53 Prozent haben laut «Sonntagszeitung» Kurzarbeit beantragt. Zudem hätte fast jedes fünfte Unternehmen im Crypto Valley Entlassungen ausgesprochen. 42 Prozent hätten sich wegen eines Covid-19-Kredits an den Bund gewendet, einzelne Gesuche aber seien abgelehnt worden. Dem Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler macht die Situation, in der sich die Krypto-Start-ups befinden, Sorgen. Denn klar ist, dass einige Firmen die momentan angespannte Phase nicht überstehen dürften. Jedes dritte Unternehmen im Crypto Valley geht davon aus, nur noch für etwa ein halbes Jahr Reserven zum Überleben zu haben.

Investitionen in Firmen, die überleben können

Die Lage sei drastisch, es sei höchste Zeit zu reagieren, ist Finanzdirektor Tännler überzeugt. «Für das innovationsstärkste Land der Welt sind Start-ups ein ganz wesentlicher Teil unserer Wirtschaft. Deshalb sprechen wir nicht nur von einer Hilfeleistung, sondern von einer wichtigen Investition in zukunftsträchtige Innovationen», so Tännler. Für ihn gehe der Vorschlag des Bundes zusammen mit den Kantonen 154 Millionen Franken für Start-ups zur Verfügung zu stellen in die richtige Richtung. Doch diese Hilfe werde nicht ausreichen, ist der Finanzdirektor überzeugt und macht einen Vorschlag, wie die Hilfe erweitert und entsprechend aufgestockt werden kann.

Private Investoren einbinden

«Der Kanton könnte eine Stiftung lancieren, die den Schwung dieses ersten Schrittes aufnimmt und in die vielversprechendsten und zukunftsträchtigsten Start-ups mittels Wandeldarlehen investieren kann. Zum einen profitiert die öffentliche Hand finanziell, wenn einige dieser Start-ups durchstarten und Erfolg haben. Zum anderen ist ein solcher Ansatz, bei dem Gelder nicht als Kredite und Bürgschaften à fonds perdu verteilt werden, interessant für private Investoren, die in einem weiteren Schritt dazustossen könnten», so Heinz Tännler. Man würde in jene Start-ups investieren, die eine hohe Chance haben, zu überleben. Das mache mehr Sinn, als wenn die öffentliche Hand nach dem Giesskannenprinzip allen Start-ups Kredite oder Bürgschaften verteile. «Also auch jenen, die ohnehin nicht überleben werden.» Die Investitionen seien zukunftsgerichtet und hätten zum Ziel den Innovationsstandort Zug und das Crypto Valley als globales Aushängeschild der Start-up-Szene zu stärken.

Die Stiftung soll laut «Sonntagszeitung» ein Volumen von gegen 100 Millionen Franken aufweisen. Zwischen 20 bis 30 Millionen Franken würden der Kanton und die Stadt Zug – als Mittelpunkt des Crypto Valleys – beisteuern, weitere 10 bis 15 Millionen Franken flössen über die Bürgschaften des Bundes in den Fonds, die restlichen rund 50 Millionen Franken stünden für die private Beteiligung zur Verfügung. Man befinde sich diesbezüglich in Gesprächen mit den zuständigen Stellen beim Bund.