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Spital Muri bleibt ohne Kieferchirurgie

Aus Sicht der Spitalleitung sinnvolle Erweiterung des Leistungsangebots stiess beim Regierungsrat auf Ablehnung.
Eddy Schambron
Das Spital Muri ist ein Gesundheitszentrum mit umfassender Grundversorgung. (Bild: Eddy Schambron)

Das Spital Muri ist ein Gesundheitszentrum mit umfassender Grundversorgung. (Bild: Eddy Schambron)

Ganz glücklich ist die Leitung des Spitals Muri mit dem Entscheid der Kantonsregierung über die Spitalliste 2020 nicht. Sie hätte gerne die Kiefer- und Wirbelsäulenchirurgie in ihren Leistungsaufträgen gehabt. «Mit der Erteilung der Leistungsaufträge der Kiefer- und Wirbelsäulenchirurgie hätte das Spital Muri seine moderne Infrastruktur und Kooperationen nutzen können, um der Bevölkerung im Freiamt eine erweiterte medizinische Grundversorgung in Wohnortnähe bieten zu können», hält Martina Wagner, Leiterin Marketing und Kommunikation, fest.

Moderne Infrastruktur wäre vorhanden

Eine Sprechstunde für Wirbelsäulenchirurgie werde bereits in Kooperation mit dem Kantonsspital Baden (KSB) als Partner angeboten. «Aus unserer Sicht hätte es sich um eine sinnvolle Erweiterung des Leistungsangebots – auch im Sinne der Patientinnen und Patienten – gehandelt, das wirtschaftlich und qualitativ hochstehend von uns erbracht werden kann.» Ziel der Spitallisten sei es, «eine bedarfsgerechte, effiziente und qualitativ hochstehende Versorgung für die Aargauer Bevölkerung sicherzustellen und eine angebotsinduzierte Mengenausweitung zu verhindern», sagten der interimistische Gesundheitsdirektor Stephan Attiger und Barbara Hürlimann, Leiterin Gesundheit im Departement Gesundheit und Soziales (AZ von gestern). Das Spital Muri sieht genau diese Ziele mit seinen Anträgen erfüllt. Der Kanton wolle mit seinen Vorgaben Kooperationen zwischen Leistungserbringern im Gesundheitswesen forcieren. «Getreu diesen Vorgaben hat das Spital Muri in Zusammenarbeit mit dem KSB ein Sprechstundenangebot aufgebaut sowie weitere Vorbereitungen getroffen. Des Weiteren verfügt unser Haus über eine moderne Infrastruktur, die solche komplex-spezialisierten Behandlungen problemlos ermöglicht». Personelle Vorbereitungen im eigentlichen Sinne wurden allerdings noch keine getroffen.

Für Patientinnen und Patienten, die einer Kiefer- oder Wirbelsäulenoperation bedürfen, ändert sich damit nichts. Sie müssen entsprechend verlegt werden, was auch bisher der Fall war, wie Wagner weiter ausführt. Die Vergabe der Leistungsaufträge für die Spitalliste erfolgt alle vier Jahre. Kurzfristig können keine weiteren Angebote eingeführt werden. «Wir sind jederzeit bestrebt, der Bevölkerung eine umfassende medizinische Grundversorgung anzubieten», unterstreicht Wagner. Was das beinhaltet, legt letztlich die Kantonsregierung mit der Spitalliste fest. Die aktuelle hat laut Attiger, «ausser in Muri», relativ wenig negative Reaktionen ausgelöst. Er machte zudem klar, dass die Regionalspitäler notwendig sind und gewisse Eingriffe günstiger erbringen könnten. «Wir werden in der Frage, was wir konzentrieren, was bleibt regional, einen guten Mix finden müssen».

Das Spital Muri, das letztes Jahr sein 110-jähriges Bestehen feierte, bietet als regionales Gesundheitszentrum eine umfassende Grundversorgung von akut erkrankten und verunfallten Patientinnen und Patienten an. Rund 750 Mitarbeitende haben sich im vergangenen Jahr um 43527 ambulant und 7756 stationär behandelte Patientinnen und Patienten gekümmert.

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