SPORTFÖRDERUNG: Noch vor dem Start droht das Ende

Kinder sollen sich mehr bewegen. Der Kanton hat lange auf dieses Ziel hingearbeitet. Womöglich umsonst.

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Kinder sollen sich mehr bewegen. Doch der Bund will das nur bedingt finanziell unterstützen. (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

Kinder sollen sich mehr bewegen. Doch der Bund will das nur bedingt finanziell unterstützen. (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

Jedes fünfte Kind ist übergewichtig und bewegt sich zu wenig. Um diesen negativen Trend zu stoppen, hat das Bundesamt für Sport im letzten Jahr schweizweit das Pilotprojekt J+S Kids lanciert. Es bindet 5- bis 10-Jährige in das Sportförderprogramm Jugend und Sport mit ein.

Im Dezember bewilligte das eidgenössische Parlament für die Startphase des Projekts bis 2010 2 Millionen Franken. Mit dem Ziel: J+S Kids soll flächendeckend in allen Kantonen angeboten werden. Dieses Vorhaben, so die Berechnungen, kostet rund 20,5 Millionen Franken.

Noch im Jahresbericht 2007 hielt das Bundesamt für Sport (Baspo) fest: «Dieses Projekt ist sehr gut angelaufen und ist bereits bei Halbzeit angelangt. Auf dem Weg zum anvisierten Ziel – aus dem Projekt ein Programm zu entwickeln – konnte ein grosser Schritt vorwärts getan werden.»

Beitrag an Bedingung geknüpft
Die Kosten für das Programm will der Bund aber nicht alleine tragen, wie er den kantonalen Sportämtern mitteilte. Der Bundesrat werde «in einer Zeit knapper Haushaltmittel» im Budget 2009 und im Finanzplan 2010 bis 2012 nur knapp die Hälfte der vorgesehenen Gelder den Kantonen bereitstellen. Und er knüpft diesen Beitrag an eine Bedingung: Die rund 10 Millionen Franken übernimmt der Bund nur, wenn der jeweilige Kanton für die andere Hälfte selbst aufkommt.

Zug signalisiert Widerstand
«Mit diesem Entscheid stoppt der Bundesrat ein wertvolles Programm, bevor es überhaupt richtig starten konnte», kritisiert Bildungsdirektor Patrick Cotti. Regierungskollege Joachim Eder ergänzt: «Dieser Entscheid widerspricht sowohl den Grundsätzen des neuen Finanzausgleichs als auch dem Entwurf des neuen Sportförderungsgesetzes.» Der Entwurf des neuen Sportförderungsgesetzes sieht vor, dass das Programm J+S Kids durch den Bund finanziert wird.

Für Cotti und Eder ist das Vorgehen des Bundesrates «inakzeptabel», zumal der Kanton Zug mit den Sportverbänden die Umsetzungsarbeiten für J+S Kids im Kanton Zug bereits vorangetrieben habe. Nach Angaben des Bundesamts für Bildung und Kultur wurden bereits 40 Zuger Lehrpersonen sowie J+S-Leiter rekrutiert und ausgebildet. Und an den Schulen in den Gemeinden Ägeri und Risch würden bereits über 100 Kids mindestens einmal wöchentlich polysportiv gefördert.

Chantal Desbiolles

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Zuger Zeitung.