SPORTVERANSTALTUNGEN: Zug hat nun die Nase vorn

Eventmanager finden zunehmend Gefallen an unserer Region. Die Folge: Gleich mehrere Top-Wettkämpfe werden bald hier durchgeführt – es sollen weitere folgen.

Marco Morosoli
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Tour de Suisse macht wieder Halt im Kanton Zug. Im Bild: Durchfahrt in Neuheim im letzten Jahr. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Tour de Suisse macht wieder Halt im Kanton Zug. Im Bild: Durchfahrt in Neuheim im letzten Jahr. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Eine Woche ist es her: Im Stadion Hertiallmend findet ein Frauen-Fussball-Länderspiel zwischen der Schweiz und Malta statt. 1000 Zuschauer sehen sich dieses an, und der Fussballverband lobt den Austragungsort in den höchsten Tönen. Über Ostern wird in der Zuger Sporthalle ein WM-Qualifikationsturnier der U-20-Handballerinnen mit Schweizer Beteiligung ausgetragen.

Diese Veranstaltungen sind nur ein Vorgeschmack. Denn was in naher Zukunft sportlich auf die Zuger zukommt, ist von einem anderen, weitaus grösseren Kaliber: die Tour de Suisse, die Streethockey-Weltmeisterschaft, das Eidgenössische Schwingfest 2019, womöglich die Rad-WM in rund zehn Jahren und allenfalls ein ATP-Challenger-Tennis-Turnier. Die Aufzählung ist nicht abschliessend.

Urs Raschle, Geschäftsführer von Zug Tourismus, frohlockt: «Jede Grossveranstaltung ist für Zug positiv.» Raschle spricht von einem «Bossard-Arena-Effekt». Die Initialzündung habe der Showkampf zwischen den alten Tennisgrössen André Agassi und Steffi Graf in der Eishockey-Arena vom letzten Sommer gegeben. «Die Hotels waren voll.» Zudem habe der Anlass gezeigt, «dass so etwas auch in Zug möglich ist». Die notwendige Infrastruktur sei vorhanden. «Und auf dem Arena-Platz ist noch mehr möglich.»

Derzeit schreibe er eine Stellungnahme in Sachen Rad-WM an die Adresse der Zuger Regierung, verrät Raschle. «Diese Veranstaltung ist zwar derzeit noch eine Vision. Wichtig ist, dass eine Umsetzung realistisch ist. Wir dürfen keine Luftschlösser bauen.» Raschle mahnt denn auch: «Wir müssen auf dem Boden bleiben.»

«Unbezahlbarer Werbespot»

Für Andreas Poncini, den öffentlich auftretenden Rad-WM-Promoter, ist der Grossanlass schon mehr als nur ein Traum: Er hat ein Faktenblatt zusammengestellt, welches die Vorteile einer solchen Veranstaltung auflistet. So würden durch die TV-Berichterstattung kumuliert über 200 Millionen Zuschauer erreicht. Ein unbezahlbarer Werbespot für den Kanton Zug. Auch würden fast 110 000 Übernachtungen generiert. Laut Poncini warten er und seine Mitstreiter noch auf die Unterstützung der Regierung. «Bei einem Ja gründen wir umgehend eine Trägerorganisation.» Auch die Zuger sollen in den Anlass integriert werden. Poncini denkt etwa an ein Volksrennen im Rahmen der Weltmeisterschaft. Damit nicht genug: «Wir haben über 200 Ideen gesammelt.» Als Trumpf für einen Austragungsort Zug sieht Poncini zudem die gute Erschliessung des Kantons mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Schon im Sommer wollen die Rad-WM-Initianten ihren Vorschlag für eine Rennstrecke präsentieren.