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SPRACHVIRTUOSEN: Ein Appell an die Zuger Literaten

Zug kriegt eine neue Poetry-Slam-Szene. Die «Zebrafanten» wollen unentdeckte Poeten animieren, der sogenannten Slammily beizutreten.
Das Duo Norem Ipsum mit Leonie Herzig (rechts) und Runa Wehrli zeigt sein Können im Zuger Stadtgarten. (Bild: Werner Schelbert (18. August 2017))

Das Duo Norem Ipsum mit Leonie Herzig (rechts) und Runa Wehrli zeigt sein Können im Zuger Stadtgarten. (Bild: Werner Schelbert (18. August 2017))

Ihren ersten Schritt hat sie im Mai gemacht und in der Galvanik einen ersten Poetry-Slam organisiert. Der Abend war gelungen – nur das Publikum blieb aus. Debora Baumgartner wollte sich damals beweisen, dass sie trotz der Absagen auf ihre beruflichen Bewerbungen etwas schaffen konnte. So steckte sie sich kurzerhand ihr eigenes Ziel: Poetry-Slams in Zug. Das Kunstgenre zwischen Literatur, Theater und Rap erfreut sich in grösseren Städten der Schweiz einiger Beliebtheit. Dabei tragen Poeten ihre selbst geschriebenen Texte in einem Dichterwettstreit dem Publikum vor, das mit Rufen und Klatschen entscheidet, wer gewinnt. Keine Spur von klassischer Lesung mit kühlem Weisswein und Händel im Foyer, vielmehr Literatenrock und Whisky.

Vergangenen Donnerstag lieferten die «Zebrafanten» ihren zweiten Streich und luden im Zuger Stadtpark zum Poetry-Slam. Bei ausgelassener Stimmung lauschten die Zuhörer sieben Poeten aus der ganzen Schweiz. Dabei konnte das Poetenpaar Norem Ipsum, bestehend aus Leonie Herzig und Runa Wehrli, mit seinen innovativen Erzählformen und seinem sprühenden Witz das Publikum für sich gewinnen.

Shows statt Wettbewerbe

Diesmal arbeitete Baumgartner zusammen mit Robert Henrik von Dewitz. Gemeinsam haben sie den Verein Zebrafanten gegründet. Und sie haben noch einiges mehr vor. Von September bis November laden sie jeden dritten Mittwoch im Monat zum Slam im «Chicago». Das Spezielle daran: Es sollen keine klassischen Slams, sondern Poetry-Shows werden. Poeten werden sich also nicht im Wettstreit messen, sondern wertungsfrei ihre Texte präsentieren. «Wir möchten möglichst viele Zuger Poeten dafür gewinnen, bei uns ihre Schritte zu wagen. Ohne das manchmal knallharte Feedback der Slams geht das einfacher», erklärt Dewitz seine Entscheidung. Zusätzlich zu den Poeten soll eine charakterstarke Moderation dem Abend einen Rahmen geben. Im November wird das Künstlerduo Hoffnung und Kiwi diese Rolle übernehmen.

«Severin Hofer von Hoffnung und Kiwi meinte einmal, dass Kunst ohne Bewertung umso wertvoller ist», sagt Dewitz. Dieser Gedanke hat sich ihm seither eingeprägt. An den Poetry-Shows im «Chicago» soll deshalb das Zelebrieren der Texte im Vordergrund stehen, nicht das Ausstechen der Konkurrenz. «Wir möchten einfach jeden einladen mitzumachen. Egal wie holprig der erste Text noch sein mag.» Dewitz und Baumgartner hoffen, möglichst viele Zuger in die in der Schweiz noch überschaubare Familie der Slammer – kurz, die «Slammily» – einführen zu können. «Zurzeit kenne ich gerade mal einen aktiven Zuger Slammer», beschreibt Baumgartner die Szene, «und das ist Dewitz.»

Freie Plätze im Programm

Unterstützt wurden sie am Donnerstag von der Jugendanimation Zug (JAZ). So wurde der Slam im Rahmen des Projekts «Bus on Tour» realisiert. «Beim ‹Bus on Tour› können Jugendliche an verschiedenen Orten eigene Veranstaltungen mit uns realisieren. Der Bus fährt hin, wir stellen auf, und es kann losgehen.» Conni Egger ist soziokulturelle Animatorin beim JAZ und ist noch auf der Suche nach engagierten Ideen für ihren «Bus on Tour». «Zurzeit haben wir noch freie Plätze in unserem Programm und sind auf der Suche nach Jugendlichen, die mit uns etwas auf die Beine stellen möchten.»

Wolf Meyer

redaktion@zugerzeitung.ch

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