ST. ANDREAS: Der Schlossherr schiebt den Riegel vor

Müssen Chamer künftig Eintritt bezahlen, wenn sie die Rhododendron-Blüte bestaunen wollen? Die Pforten des Parks sollen sich jedenfalls nicht mehr gratis öffnen.

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Eine Besucherin erfreut sich am schönen Ausblick vom Park auf den Schlosshafen. (Archivbild Ana Birchler-Cruz/Neue ZZ)

Eine Besucherin erfreut sich am schönen Ausblick vom Park auf den Schlosshafen. (Archivbild Ana Birchler-Cruz/Neue ZZ)

Noblesse oblige. Eigentlich. In Cham scheinen die Zeiten gönnerhaften Adels indes perdu. Denn, wie nun bekannt geworden ist, will Schlossbesitzer Ferdinand Pacher mit der langjährigen Familientradition brechen, den Chamern zweimal im Jahr – zur Rhododendron-Blüte und zum 1. August – gratis Einblicke in den märchenhaft schönen Park zu gewähren. Grund: Der Schlossherr will den Unterhalt von Park und Schloss nicht mehr alleine tragen.

«Im vergangenen Jahr wurde die Stiftung Schloss und Park St. Andreas errichtet, welche zum Zweck hat, Park und Schloss zu erhalten und dafür zu sorgen, dass deren kulturhistorischer, naturkundlicher und landschaftlicher Charakter bewahrt wird», klärt Pacher auf.

Die Gemeinde lehnt es ab, zu zahlen
Für Pacher stellt sich deshalb nun die Frage nach der Finanzierung der Stiftung und des kostspieligen Unterhalts von Park und Schloss – wobei er nicht verrät, wie viel er dafür pro Jahr berappen muss. «Eine Möglichkeit wäre, dass die Stiftung an Besuchstagen Eintritt verlangt», so Pacher. Die Besitzerfamilie habe sich grundsätzlich bereit erklärt, weiterhin Besuchstage durchzuführen. Dass die Besuchstage dieses Jahr jedoch bereits ins Wasser gefallen sind, rechtfertigt der Schlossherr mit dem mehrmonatigen Auslandaufenthalt der Eigentümerfamilie.

«Wir haben es abgelehnt, einen Geldbetrag zu zahlen», sagt Gemeindepräsident Bruno Werder. Gemäss einem Bericht in der jüngsten Hauspostille der Chamer Sozialdemokraten soll es sich dabei um 20'000 Franken gehandelt haben, die Pacher von der Gemeinde einforderte, um die Parkpforten wieder fürs Volk zu öffnen. Er findet es auch durchaus legitim, dass man im Leben nicht alles umsonst anbieten wolle – schliesslich kostet laut Werder der Unterhalt des Parks pro Jahr einige 100'000 Franken. «Doch wir müssen uns als Gemeinde nun mal gegenüber jedem Bauherrn neutral verhalten, und es würde einen falschen Eindruck vermitteln, wenn wir Steuergelder zum Unterhalt von St. Andreas aufwenden würden.»

Wolfgang Holz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung.