ST. MICHAEL: Über 20 Musiker wollen die Stelle

Der Kirchenchor steht seit einiger Zeit ohne Dirigent da. Die Ausschreibung des Amtes hat aber viele Interessierte angelockt. Vor den Sommerferien soll eine Entscheidung gefällt werden.

Samantha Taylor
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Ein Blick auf den Turm von St. Michael.

Ein Blick auf den Turm von St. Michael.

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Es ist eine erfreuliche Nachricht, die sich über den Kirchenchor der Stadtzuger Pfarrei St. Michael vermelden lässt: Zahlreiche Interessenten haben sich um die Stelle der Chorleitung beworben. Diese war ab März während mehrerer Wochen öffentlich ausgeschrieben. «Wir haben sehr viele sehr gute Bewerbungen bekommen», sagt Christoph Balmer. Er ist Präsident der Findungskommission, die für die Suche eines neuen Dirigenten eingesetzt worden ist.

Zur Erinnerung: Der Kirchenchor St. Michael hat eine turbulente Zeit hinter sich. Grund dafür war die Entlassung des Dirigenten und Organisten Marco Brandazza im letzten Jahr. Er war aufgrund von Unstimmigkeiten mit der Gemeindeleiterin ad interim, Sybille Hardegger, nach 18 Jahren entlassen worden. Unter den Sängern war die Enttäuschung über diesen Entscheid gross, und er hatte Folgen: Viele der einst rund 60 Mitglieder verliessen den Chor. Die Proben und die Auftritte des Chors fielen in der Folge aus. Seit Februar dieses Jahres finden allerdings wieder Proben statt. Dirigiert werden die verbleibenden Sängerinnen und Sänger von Guido Bissig. Er leitet den Cäcilienverein Triengen und hat die Leitung beim Zuger Chor übergangsweise übernommen. Der Chor hatte inzwischen mit seinem Übergangsleiter auch wieder einen Auftritt. Zu Ostern gestaltet er gemeinsam mit dem Cäcilienverein Triengen den Gottesdienst in Triengen mit.

«Zug ist ein attraktiver Standort»

Über 20 Bewerbungen seien auf die ausgeschriebene 20-Prozent-Stelle eingegangen, führt Christoph Balmer weiter aus. «Ich bin positiv überrascht, dass das Interesse so hoch ist», sagt Balmer. Den Grund dafür sieht der Präsident des Stadtorchesters Zug in der städtischen Umgebung, wie er ausführt. «Zug ist ein sehr attraktiver Standort, und es ist eine attraktive Stelle für Kirchenmusiker. Im Gegensatz zu ländlicheren Gegenden bietet die Pfarrei in der Stadt Zug sicher viele Entwicklungsmöglichkeiten», sagt Balmer. Die Findungskommission, die sich aktuell mit den Bewerbungen beschäftigt, besteht unter anderem aus Mitgliedern des Kirchenchors, des Stadtorchesters und des Kirchenrats. Einsitz hat ausserdem Reto Kaufmann, Pfarrer von St. Michael, sowie eine externe Expertin, die den Prozess begleitet. «Es handelt sich um eine Fachkommission, die breit abgestützt ist», sagt Balmer.

Gesucht wird gemäss Inserat ein Chorleiter, der über eine «fundierte kirchenmusikalische Ausbildung mit Schwerpunkt und Erfahrung in Chor-, Choral- und Orchesterleitung» verfügt. Der neue Dirigent soll zudem eine «positive religiöse Haltung» haben. «Der Chorleiter oder die Chorleiterin sollte ausserdem die Sängerinnen und Sänger begeistern und animieren können», sagt Reto Kaufmann.

Chor tritt an Fronleichnam auf

Wie viele der Bewerber nun in die engere Auswahl kommen, kann Christoph Balmer noch nicht sagen. Man sei aktuell eben daran, die Auswertung vorzunehmen. Ziel sei, dass Ende Juni ein Probedirigat mit mehreren Bewerbern durchgeführt werden kann. Balmer: «Wir wollen vor den Sommerferien einen Entscheid fällen, sodass der neue Dirigent oder die neue Dirigentin dann im Herbst die Arbeit aufnehmen kann.»

Seitens des Vorstands des Kirchenchors ist zu erfahren, dass der Chor «weiterlebt» und die verbleibenden Mitglieder derzeit regelmässig mit ihrem interimistischen Chorleiter für den Fronleichnamsgottesdienst auf dem Stadtzuger Landsgemeindeplatz proben.