Staatliche Sparmassnahmen bremsen Forbo

Staatliche Sparmassnahmen und der anhaltend starke Franken haben Forbo auf das Ergebnis gedrückt. Der Bodenbelags- und Förderbänderhersteller erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten einen Umsatz von 603,1 Mio. Franken. Dies entspricht einem Rückgang um 2,7 Prozent.

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Forbo International SA mit Sitz in Baar präsentiert die Geschäftszahlen. (Bild: Keystone)

Forbo International SA mit Sitz in Baar präsentiert die Geschäftszahlen. (Bild: Keystone)

In Lokalwährungen gerechnet ergab sich ein Minus von 0,9 Prozent, wie Forbo am Dienstag mitteilte. Das Betriebsergebnis (EBIT) brach um 18,2 Prozent auf 55,2 Mio. Fr. ein. Das erste Halbjahr sei von einem schwierigen Marktumfeld, einem anhaltend starken Schweizer Franken und den Auswirkungen der staatlichen Sparmassnahmen geprägt gewesen, schreibt Forbo.

Der Konzerngewinn aus dem operativen Geschäft betrug 40,3 Mio. Franken (Vorjahr: 44,7 Mio. Franken). Zusätzlich wurde ein ausserordentlicher Nettoertrag von 73,1 Mio. Fr. aus dem Verkauf des Bereichs Industrieklebstoffe erzielt.

Besonders von den staatlichen Kürzungen betroffen sei der Geschäftsbereich Bodenbeläge (Flooring Systems), schreibt Forbo. Dessen Umsatz mit Schulen, Spitälern, Altersheimen und öffentlichen Gebäuden hängt zu einem überwiegenden Teil direkt oder indirekt von den öffentlichen Ausgaben ab.

Weil in vielen für Forbo relevanten Märkten die Staatsausgaben massiv gekürzt worden seien, würden Investitionen und Renovationen verschoben oder ganz gestrichen, schreibt Forbo. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich dieser Trend weiter akzentuiert.

Forbo erschliesse daher neue Kundensegmente wie beispielsweise Büroräumlichkeiten oder Hotels. Diese Massnahmen würden jedoch erst mittelfristig Früchte tragen, wie das Unternehmen schreibt. Im ersten Halbjahr setzte Forbo in dieser Sparte 3,9 Prozent weniger um.

Schwache Nachfrage in Europa

Auch der Umsatz der Aktivität Bauklebstoffe ging zurück (-5,7 Prozent). Die rückläufige Bautätigkeit in den Benelux-Staaten konnte nur teilweise durch das starke Wachstum im russischen Markt kompensiert werden.

Mit Förderbändern konnte Forbo hingegen leicht mehr umsetzen (+1,3 Prozent). Die Nachfrage in Europa sei zwar sehr verhalten, schreibt das Unternehmen. In einzelnen Ländern in Asien konnten hingegen zweistellige Wachstumsraten erzielt werden.

Für das zweite Halbjahr 2012 erwartet Forbo, sofern sich die Rahmenbedingungen nicht wesentlich ändern, ein etwas höheres Konzernergebnis aus dem operativen Geschäft als im ersten Semester 2012.

sda