STAATSAUFGABENREFORM: Der Kanton streicht das Fischfutter

Verbraucht das Amt für Fischerei und Jagd zu viel Geld? Nicht generell, sagt die Regierung – und zeigt trotzdem, wo gespart wird.

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Kommen nach der Einweihung der erneuerten Zuger Fischbrutanstalt bald härtere Zeiten für die Fischlein? (Bild Alexandra Wey/Neue ZZ)

Kommen nach der Einweihung der erneuerten Zuger Fischbrutanstalt bald härtere Zeiten für die Fischlein? (Bild Alexandra Wey/Neue ZZ)

Die Staatsaufgabenreform (Star) tangiert auch das Amt für Fischerei und Jagd sowie das Fischereimuseum in Zug. Der Regierungsrat hat die Leistungsvereinbarung mit dem Fischereiverein Zug per 2010 gekündigt. Spätestens dann zahlt der Kanton nichts mehr für die Futterbeschaffung.

Vor sechs Jahren hatte die Regierung die Betreuung der Schaubrutanlage in der Zuger Altstadt aus der kantonalen Verwaltung ausgelagert, die Futterbeschaffung blieb aber Aufgabe der kantonalen Fischereifachstelle. Dies steht in der Antwort auf eine Interpellation des Walchwiler CVP-Kantonsrats Franz Hürlimann. Dieser hatte die Kosten und die Jagdpatentgebühren kritisiert und sich um den Fischbestand im Zugersee besorgt gezeigt.

Ab 2010 nur noch ein Boot auf dem Zugersee
Ende Juni, also vor gut einem Vierteljahr, war das umgebaute Fischereimuseum samt Schaubrutanlage in Zug eingeweiht worden. Die neue Brutanlage ist aber im Umfang stark reduziert. Sie erreiche aber ihre Ziele mit einem minimierten Betriebsaufwand, so die Regierung. Als Ziele nennt sie die Öffentlichkeitsarbeit und das Aufzeigen der Prinzipien der Fischzucht. Mit den Pump- und Ansaugeinrichtungen lasse sich Futterplankton in die Brutanlage einbringen. Dadurch werde sich spätestens 2010 der Betrieb eines zweiten Boots auf dem Zugersee erübrigen.

Eine Zusammenlegung der Jagd- und Fischereiverwaltung, wie sie von Hürlimann vorgeschlagen wurde, lehnt der Regierungsrat ab. Er nimmt auch Amtsleiter Peter Ulmann in Schutz. Dem Vorwurf Hürlimanns, der Amtsleiter mische sich in polizeiliche Untersuchungen ein, tritt der Regierungsrat entgegen: «Gemäss Jagdgesetz sind alle Aufsichtsorgane zur gegenseitigen Unterstützung verpflichtet.»

Weniger Felchen wegen nährstoffärmerem See
Hürlimann hatte auch bemerkt, dass die Fischereierträge im Zugersee innert 25 Jahren auf einen Fünftel zurückgegangen seien. «Früher war der Zugersee zu nährstoffreich und damit ein Sanierungsfall.» Die früheren Zustände des überdüngten Sees sehne indessen niemand zurück, auch wenn es dadurch weniger Felchen gebe. «Die Ertragslage der Achtzigerjahre wird nicht mehr erreicht werden können, ausser man würde den See düngen», schreibt der Regierungsrat.

Karl Etter

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.