Staatsrechnung des Kantons Zug: Mut zum grossen Wurf

Marco Morosoli, Redaktor Stadt und Kanton Zug, zur Staatsrechnung des Kantons Zug.

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Geld ausgeben ist einfacher, als es zu sparen. Diese Weisheit ist nicht neu, im Kanton Zug in Bezug auf seine Finanzen aber lange Zeit ein Fremdwort geblieben. Alles ist gewachsen. Auch die Gewinne. Dann die Delle. Im Jahre 2013 das erste Defizit. Es kam nicht überraschend. Der Kantonsrat hat Ende der Nullerjahre wohl einen Dreh zu viel an der Steuerschraube gedreht. Der Regierungsrat steht auf der Bremse, gleist Sparprogramme wie Serienbriefe auf. Eines ist gewiss: Es kann keiner sagen, dass die Regierungsräte Däumchen gedreht hätten. Die Verwaltung wird auf den Kopf gestellt. In der Summe ist doch einiges zusammengekommen.

Der Finanzhimmel klart – auch ohne Einmaleffekte – über dem Kanton Zug auf. Es besteht die Hoffnung, dass Zugs NFA-Beitrag bald nicht wie bisher ansteigen wird. Auch die Steuervorlage 17 verursacht beim Kanton Zug kaum Bauchweh. Der perfekte Zeitpunkt für einen Marschhalt. Das Projekt Finanzen 2019 ist auszusetzen und dafür über eine moderate Steuererhöhung zu debattieren.

Statt zum Beispiel bei Jugendprojekten, Öffnungszeiten kantonaler Einrichtungen oder beim öffentlichen Verkehr zu sparen, wäre eine allgemeine Steuererhöhung viel gerechter auf alle Schultern verteilt. Gleichzeitig müsste beim Kanton eine Auslegeordnung gemacht werden: Was wollen wir uns noch leisten, was können wir uns noch leisten. Dafür braucht es Zeit, die beim Sparen mit dem Rasenmäher fehlt.

Marco Morosoli

marco.morosoli@ zugerzeitung.ch