Die Menzinger Gemeindefinanzen sind stabil – trotz Unsicherheiten

Im Budget der Gemeinde Menzingen für das Jahr 2021 resultiert ein Gewinn von 0,7 Millionen Franken.

Rahel Hug
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Die Berggemeinde rechnet für das kommende Jahr mit einem kleinen Mehrertrag.

Die Berggemeinde rechnet für das kommende Jahr mit einem kleinen Mehrertrag.

Bild: Maria Schmid (14. April 2020)

In den letzten Jahren konnte die Gemeinde Menzingen ausgeglichene Rechnungen und Voranschläge präsentieren. Das ist auch beim Budget 2021 nicht anders. Bei einem Gesamtertrag von 26,4 Millionen Franken und einem Gesamtaufwand von 25,7 Millionen Franken resultiert ein Gewinn von 0,7 Millionen Franken, dies unter Berücksichtigung eines ausserordentlichen Ertrags von 0,14 Millionen Franken. Der operative Gewinn beträgt somit rund 0,5 Millionen Franken. «Ich bin zufrieden mit unserem Budget», lässt sich Andreas Etter, Gemeindepräsident und Finanzvorsteher, zitieren. «Die stabile Finanzlage zeigt, dass wir mit den Beiträgen, die wir aus dem Zuger Finanzausgleich beziehen, haushälterisch umgehen.»

Stichwort Zuger Finanzausgleich (ZFA): Der Anteil, den Menzingen aus dem Pott erhält, ist 2021 um 1,1 Millionen Franken höher als im Vorjahr. Ebenfalls positiv auf das Budget wirken sich die geringeren Abschreibungen wegen der Umstellung auf lineare Abschreibungen des Verwaltungsvermögens sowie höhere Kantonsbeiträge an die Lehrerbesoldung aus.

Tiefere Steuererträge wegen der Coronakrise

Auf der anderen Seite rechnet die Gemeinde mit tieferen Einkommens- und Gewinnsteuern bei den natürlichen und juristischen Personen. Die Erträge werden aufgrund der Covid-19-Pandemie um zehn Prozent nach unten korrigiert, die Vermögenssteuern der natürlichen Personen um fünf Prozent. «Bei den Zahlen zu den Einkommens- und Gewinnsteuern handelt es sich um Annahmen des Kantons. Eine Prognose zu den finanziellen Auswirkungen der Coronakrise ist sehr schwierig», sagt Andreas Etter. Er geht davon aus, dass sich die Pandemie im Budget für das Jahr 2022 noch stärker bemerkbar machen wird. «Die negativen wirtschaftlichen Folgen werden sich wohl noch verschärfen.»

2021 wird die Berggemeinde kräftig investieren. Und zwar vor allem in die Strasseninfrastruktur, das Schulhaus Finstersee oder die Abwasserversorgung. Die Investitionsrechnung sieht Bruttoausgaben von rund 6,3 Millionen Franken vor. «Im kommenden Jahr steht einiges an», führt der CVP-Gemeindepräsident aus. Es werde im Vergleich viel investiert, doch auch in den folgenden Jahren kämen grössere Ausgaben auf die Gemeinde zu. «Wir haben das grösste gemeindliche Strassennetz im Kanton Zug. Diese Sanierungen werden uns weiter beschäftigen.» Auch in öffentliche Bauten wird die Gemeinde in den kommenden Jahren weiter investieren.

Der Selbstfinanzierungsgrad Menzingens liegt bei 33 Prozent. Die Gemeinde kann die Finanzierung der Investitionen vollständig aus eigenen Mitteln tätigen. Das Nettovermögen sinkt auf 7,1 Millionen Franken beziehungsweise 1538 Franken pro Einwohnerin und Einwohner. «Ein höherer Selbstfinanzierungsgrad wäre natürlich wünschenswert», erklärt Andreas Etter. Doch er bleibt realistisch: «Wir sind stark vom ZFA abhängig und unser Hebel, um die Situation zu verändern, ist sehr kurz.» Der Grund ist, dass in Menzingen nicht mehr viel Wachstum möglich ist und nur wenige Firmen im Dorf angesiedelt sind. Das Credo laute deshalb auch hier, stets haushälterisch mit dem Geld umzugehen.

Am Steuerfuss will der Gemeinderat aktuell nicht schrauben. Dank des hohen Eigenkapitals und des stabilen Finanzhaushalts soll der Steuerfuss mittelfristig bei 67 Prozent belassen werden. Wie bereits im Budget 2020 soll auch 2021 ein Rabatt von zwei Prozentpunkten gewährt werden. Eine Erhöhung kommt für Andreas Etter aktuell – trotz unsicherer Zukunftsaussichten – nicht in Frage. «Wir bilden bereits jetzt das Schlusslicht der Zuger Gemeinden.»