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Zug: Die Stadt denkt über ein Haus der Vereine nach

Das in der Chollermühle niedergebrannte Centro Español soll wieder aufgebaut werden. Allerdings wird das neue Holzhaus nur für fünf Jahre fix vermietet. Der Grund: Das Haus könnte einem grösserem Bau weichen, in dem mehrere Vereine einquartiert sind.
Charly Keiser
Centro Espanol in der Chollermühle Zug: Nach dem Brand sollen Container aufgestellt werden. (Bild: Stefan Kaiser, 16. Mai 2018)

Centro Espanol in der Chollermühle Zug: Nach dem Brand sollen Container aufgestellt werden. (Bild: Stefan Kaiser, 16. Mai 2018)

Die Stadtentwicklung hat ein neues Vereinskonzept erarbeitet. Dieses wurde vom Stadtrat im Aussprachegeschäft vom 12. Dezember 2017 zur Kenntnis genommen. Das Konzept fasst die Realisierung eines Hauses der Vereine ins Auge, das in Zukunft unterschiedlichen Organisationen zur Verfügung gestellt werden kann. Es ist möglich, dass ein solches Haus der Vereine dereinst anstelle des Centro Español an der Chamerstrasse 169 oder allenfalls anderswo entstehen könnte.

Diese Überlegungen sind der Vorlage des Stadtrats zu entnehmen, in der es um den Kredit für den Wiederaufbau des Centro Español geht. Das alte Holzhaus ist bekanntlich im August letzten Jahres bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Der Brandschaden ist durch die Gebäudeversicherung gedeckt. Nach Abzug der Abbruchkosten, des durch den Brand zerstörten Gebäudes, stehen der Stadt rund 370000 Franken für einen Ersatzbau zur Verfügung. Es ist vorgesehen, mit dem spanischen Verein einen Mietvertrag mit einer festen Vertragsdauer von fünf Jahren abzuschliessen, heisst es in der Vorlage. Danach läuft das Mietverhältnis unbefristet weiter. Allerdings mit einer Kündigungsfrist von lediglich sechs Monaten.

Nutzungsmöglichkeiten werden geprüft

Der Grund für die relativ kurze feste Mietdauer liegt beim eingangs erwähnten Vereinskonzept. Denn zu diesem heisst es weiter: «An der Chamerstrasse 169 werden auch andere Nutzungsmöglichkeiten geprüft. Generell geht es darum, für die fernere Zukunft eine zentrale Einrichtung für Vereine gegenüber dezentralen Lösungen sorgsam abzuwägen und dann zu entscheiden.»

Bis zur Realisierung eines definitiven Projektes dürften mit all den notwendigen Prozessen, wie Standortabklärungen, Einbinden der Vereine, Machbarkeitsstudie, politische Entscheidungsfindung, Projektierung, Neubau, et cetera, erfahrungsgemäss mindestens acht Jahre vergehen, führt der Stadtrat aus.

Die Vereinsarbeit darf nicht unterschätzt werden

Es gebe eine aktuelle Studie, die zeige, wie wichtig die Vereinsarbeit sei, beginnt Stadtentwicklerin Regula Kaiser ihr Ausführungen zum Vereinskonzept: «Weil die Vereine so wichtig für die Gesellschaft und das Individuum sind, ist deren Unterstützung auch eine staatliche Aufgabe. Und darum haben wir das Konzept für die Unterstützung von Freizeit- und Amateurvereine erarbeitet.»

Weiter erklärt Kaiser: «Früher lag das Beitragswesen in der Hand der Finanzabteilung.» Heute seien aber die Fachabteilungen zuständig. «Geld verteilen steht meist nicht im Vordergrund», betont sie: «Vielmehr geht es um die fachliche Begleitung der Vereine. So muss zum Beispiel erklärt werden, wie ein Gesuch für einen Anlass oder einen Beitrag für ein Projekt eingereicht werden muss.»

Nebst den Sport-, Kultur-, Sozial- und Gesellschaftsvereinen, seien die Migrationsvereine, wie eben zum Beispiel das Centro Español, sehr wichtig. «So ist dieses der erste Kontakt für Spanier, die nach Zug kommen. Dort treffen sie Landsleute, die sie in die hiesige Gesellschaft einführen. Und Zuger gehen dorthin, um die spanische Kultur kennen zu lernen oder ihre Ferienerinnerungen aufzufrischen.»

Den Vereinen fehlen Räume

Sehr viele Vereine seien auf Räume angewiesen, sagt Kaiser: «Nicht alle – aber viele.» Die Raumnot in Zug sei sehr gross, weshalb die Frage aufgetaucht sei, ob Vereine Räume nicht teilen beziehungsweise gemeinsam nutzen könnten. «Klar ist: Nicht jeder Verein bekommt einen Raum, sondern es muss künftig mit gemeinsamen Nutzungen gearbeitet werden.» Es gebe in Zug 21 Migrationsvereine und 9 davon hätten noch keine Räume, erklärt Kaiser. Aber teilen funktioniere nicht so einfach. «Man kann nicht einem Verein einfach andere Nationen und Identitäten hinzufügen. Top down Aufgesetztes funktioniert nicht immer. Welche Mischung funktioniert, lässt sich kaum generell sagen.»

Das Centro Español sei sehr wichtig und es sei darum auch gut, dass es nun schnell wieder aufgebaut werde, ergänzt Kaiser. «Aber wir müssen uns nun überlegen, was wir mit allen andern Vereinen tun, die noch kein Lokal haben. Darum haben wir nun den Vorbehalt der kurzen Festmiete für das Centro Español eingebracht.»

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