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Zuger Stadtrat krebst bei den Parkgebühren zurück

Die Zuger Messe AG muss in diesem Jahr höhere Gebühren als in den Vorjahren an die Stadt abliefern, die sie nicht an die Aussteller weitergeben kann. Insbesondere das Parkieren liegt den Messemachern auf dem Magen. So erklärt sich die Stadt und erklärt, wie es mit den Parkgebühren weiter gehen soll.
Charly Keiser
Der Stadtrat kommt auf seinen Entscheid zurück, an Sonn- und Feiertagen Parkgebühren zu verlangen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 14. Februar 2018))

Der Stadtrat kommt auf seinen Entscheid zurück, an Sonn- und Feiertagen Parkgebühren zu verlangen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 14. Februar 2018))

Immer höhere Gebühren, die sie an die Stadt abzuliefern hätten, seien für die Zuger Messe AG zunehmend ein Problem. Dies sagte deren Verwaltungsrat Beat Baumann an der Eröffnung der 47. Zuger Messe am Samstag vor einer Woche. Insbesondere die Gebühren für das Parkieren seien im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen und diese könnten sie nicht über die Aussteller weiter verrechnen.

Die Messe habe in diesem Jahr 16000 Franken mehr für die Parkplätze an die Stadt abliefern müssen, präzisiert Baumann: «Ich verstehe zwar, dass die Stadt im Rahmen des Sparprogramms auch die Einnahmen angeschaut hat. Aber ich frage mich manchmal schon, ob die überhaupt wissen, was wir hier – auch für die Stadt – tun.» Die Region profitiere nämlich dank der Zuger Messe jährlich im Umfang von etwa 40 bis 50 Millionen Franken, rechnet Baumann vor. Dies dank direkten und indirekten Einnahmen – zum Beispiel, weil die Leute nach Zug kämen und hier konsumieren würden und weil das Zuger Gewerbe entsprechende Aufträge erhalte.

«Früher hat man öfter einen 5er gerade stehen lassen»

«Wir wollen keine Extrawurst, sondern nur behandelt werden wie alle anderen», sagt Beat Baumann: «Aber früher hat man öfters mal einen 5er gerade sein lassen. Wir wollen die Messe – auch für die Zugerinnen und Zuger – machen und müssen uns halt nun immer mehr nach der Decke strecken. Uns ist es aber wichtig, dass das Volk diese Fakten und Zahlen mitbekommt.»

Nebst den Gebühren macht der Zuger Messe auch der Strukturwandel aufgrund des Onlinehandels zu schaffen. Der Effekt: Es sind immer weniger Aussteller an der Messe, die grosse Flächen belegen. So sei zum Beispiel die Zahl der Möbelhändler stark zurückgegangen, erklärt Baumann, und es habe viel Arbeit gebraucht, um diese Flächen zu verkaufen. «Das ist auch der Grund, warum wir in diesem Jahr rund 30 Aussteller mehr haben, als im Vorjahr.» Die Preise seien im Übrigen noch gleich wie vor zehn Jahren, ergänzt Baumann. Und damit läge die Zuger Messe im Mittel und im Benchmark mit den anderen Schweizer Messen. «Rund 150 der etwa 450 Aussteller stammen aus dem Kanton Zug», betont Baumann: «Das zeigt, wie wichtig die Zuger Messe für das Zuger Gewerbe ist.»

Auch von Seiten des Gewerbevereins gibt es Kritik an der Stadt. Der Gewerbeverein ist grundsätzlich der Meinung, dass das jetzige Parkgebührenreglement zu wenig gewerbefreundlich ist. Dies sagt Vorstandsmitglied und FDP-Gemeinderat der Stadt Zug, Daniel Blank. «Ich finde es schade, dass der Stadtrat nicht von sich aus zumindest die Parkgebühren für die Sonntage rückgängig macht.»

Auch Roland Staerkle, Präsident des Gewerbeverbands des Kantons Zug, findet die Parkgebühren der Stadt Zug «sicher nicht gewerbefreundlich».

Die Gebührenpolitik sei nicht gewerbefeindlich, kontert Stadtrat Urs Raschle und begründet: «Die Anpassung der Gebühren erfolgte nach dem Kosten- und Äquivalenzprinzip. Auch nach der Gebührenanpassung von Anfang Jahr sind die Gebühren in der Stadt Zug nicht kostendeckend und im Vergleich mit anderen Städten eher tief.»

Die Pauschalgebühr für die Nutzung des öffentlichen Grundes durch die Zuger Messe sei nicht angepasst oder erhöht worden, stellt Raschle klar. «Angepasst wurde nur die Ausfallentschädigung für die Dauerbelegung der Parkplätze durch die Zuger Messe.» Und es sei auch zu bedenken und auf der Website der Messe ersichtlich, dass die Zuger Messe diese Parkplätze zu erheblich höheren Konditionen an die Aussteller vermiete. Erhöht worden seien auf Anfang Jahr zudem die Gebühren für den Alkoholausschank für den ganzen Messebetrieb. Und dies von vorher 100 auf neu 1000 Franken.

Politischer Prozess im Parlament

Und wie geht es mit den Parkgebühren in der Stadt Zug grundsätzlich weiter, was gedenkt der Stadtrat genau zu tun? Die seit Anfang Jahr geltenden Parkgebühren seien zurzeit Gegenstand eines politischen Prozesses im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug, erklärt Urs Raschle: «Und der Stadtrat sieht vor, künftig wieder auf die Erhebung von Parkgebühren an Sonn- und Feiertagen zu verzichten.»

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