STADT: Preisgünstige Wohnungen: Das sind die neuen Richtlinien für Mieter in Zug

Der Zuger Stadtrat will, dass preisgünstige Wohnungen ausschliesslich von Familien und Personen mit geringem Einkommen bewohnt werden. Nach breitem politischen Widerstand kommen nun überarbeitete Richtlinien zur Anwendung.

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Wer in preisgünstige Wohnungen der Stadt im Herti 5 einziehen will, muss seine Finanzen offenlegen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 5. November 2015))

Wer in preisgünstige Wohnungen der Stadt im Herti 5 einziehen will, muss seine Finanzen offenlegen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 5. November 2015))

Die Stadt Zug besitzt 290 Wohnungen, die sie preisgünstig vermietet. «Diese Wohnungen wollen wir Mietern zur Verfügung stellen, die es sonst schwer hätten, auf dem Markt zahlbaren Wohnraum zu finden», wird Finanzchef Karl Kobelt in einer Mitteilung der Stadt Zug zitiert. Nach einem breiten politischen Widerstand im Herbst 2015 gegen die damaligen Richtlinien hat der Stadtrat diese überarbeitet und in Kraft gesetzt.

Diese Richtlinien sind überarbeitet worden:

  • Die maximale Einkommenslimite (steuerbares Einkommen) wurde reduziert und beträgt neu das Vierfache des jährlichen Nettomietzinses. Das steuerbare Einkommen aller Mieter zum Beispiel einer 4.5-Zimmerwohnung mit einem Nettomietzins von 1900 Franken im Monat darf 91'200 Franken nicht übersteigen. Das maximale steuerbare Vermögen wurde 400'000 Franken heruntergesetzt.
  • Neu werden auch Gesuchsteller bevorzugt, welche in Zug geboren sind oder mindestens zehn Jahre in Zug ihren Wohnsitz hatten.
  • Die Kriterien werden alle drei Jahre überprüft.
  • Für Mieter, die 70 Jahre alt sind, entfällt die Einkommens- und Vermögensgrenze. Mietinteressenten, die älter als 70 sind, werden nur noch einmalig überprüft.

Diese Richtlinien wurden nicht geändert:

  • Die Bewohneranzahl / Mindestbelegung bleibt bei «Anzahl Zimmer minus 1», in einer 4.5-Zimmer-Wohnung müssen dementsprechend mindestens drei Personen wohnen.
  • Die preisgünstige Wohnung muss vom Mieter persönlich bewohnt werden (Hauptwohnsitz).
  • Die Überprüfung der Kriterien erfolgt weiterhin mittels Selbstdeklaration.
  • Für die preisgünstigen Wohnungen wird eine Warteliste geführt.


Die Abteilung Immobilien der Stadt Zug führt die Überprüfung der Mietverhältnisse im Laufe dieses Jahres durch. Die Stadt hat die Mieter über die geänderten Richtlinien direkt informiert.

pd/rem