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Zug: Stadt reagiert auf See-Tiefstände

Im Bootshaus Unter Altstadt soll eine Bodenplatte abgesenkt werden. Das momentan aufliegende Baugesuch steht auch im Zusammenhang mit dem Hitzesommer 2018, als der tiefe Seepegel den Booten Probleme bereitete.
Laura Sibold
Der Boden im Bootshaus Unter Altstadt soll um 80 Zentimeter abgesenkt werden. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 23. Januar 2019))

Der Boden im Bootshaus Unter Altstadt soll um 80 Zentimeter abgesenkt werden. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 23. Januar 2019))

Im August 2018 erreichte der Zugerseepegel mit 413,12 Metern über Meer seinen historischen Tiefststand. Nur einmal seit Messbeginn vor knapp 90 Jahren – im Oktober 1947 – enthielt der Zugersee genauso wenig Wasser. Der heisse Sommer des vergangenen Jahres und die wenigen Niederschläge führten dazu, dass der Seepegel während Monaten rund 40 Zentimeter unter dem langjährigen hochsommerlichen Mittel lag.

Der tiefe Wasserstand des Zugersees hatte letzten Sommer auch Auswirkungen auf die Schifffahrt. Zwar konnten laut Angaben der Zugerland Verkehrsbetriebe AG alle Kurse und Haltestellen im Sommer 2018 normal befahren werden, doch die Schiffskapitäne wurden zu besonderer Vorsicht an den seichten Stellen gemahnt.

Problem ist nicht erst seit Sommer bekannt

Grössere Folgen hatte der tiefe Seepegel für das Feuerwehrboot der freiwilligen Feuerwehr der Stadt Zug (FFZ), welches auch für die Seerettungen zuständig ist. Dieses liegt im Bootshaus Unter Altstadt in Zug vor Anker. Bei zu tiefem Wasserstand könne und dürfe das Boot nicht im Bootshaus platziert werden, bestätigt FFZ-Kommandant Daniel Jauch. «Bei niedrigem Wasserspiegel und gleichzeitigem Wellengang besteht die Gefahr, dass das Boot, respektive seine Schiffsschraube, am Seeboden aufschlägt.» Aus diesem Grund liegt momentan ein Baugesuch zur Absenkung der Bodenplatte im Bootshaus Unter Altstadt öffentlich auf.

Laut Stadtingenieur Jascha Hager soll die Beton-Bodenplatte entfernt werden. Aus statischen Gründen wird 80 Zentimeter tiefer unten ein Boden mit Stahlträgern erstellt, der durch einen Gitterrost ergänzt wird. Die Zwischenräume des Gitterrosts werden mit Kies gefüllt. «Das ist zum einen dank dem Kies ökologischer und andererseits bringt das für unser Seerettungsboot die nötige Tiefe», erklärt Jascha Hager. Gleichzeitig wird auch der Bootslift im Bootshaus Unter Altstadt erneuert. Der Stadtingenieur betont zudem auf Nachfrage, dass sich das Problem mit der Bodenplatte nicht erst mit dem historischen Tiefststand des Zugersees vom Sommer gezeigt habe. «Das Projekt ist schon über ein Jahr alt, die ersten Anfragen stammten aus dem Frühsommer 2017.» Man habe zwischenzeitig auch eine Lösung im Zuger Hafen gesucht, um auf den Umbau verzichten zu können. Schliesslich sei man aber wieder auf die Lösung mit der Absenkung der Bodenplatte zurückgekommen. Die Einsprachefrist für das Baugesuch endet am 6. Februar.

Für den Zugersee gibt es Entwarnung. Sein Wasserstand hat sich wegen der zunehmenden Niederschläge in den vergangenen Monaten mittlerweile wieder normalisiert. Er liegt inzwischen mit 413,55 Metern über Meer wieder leicht über dem langjährigen Mittel.

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