Stadt Zug
Aussengastronomie soll weiter gefördert werden

Das Konzept der Buvette bei der Schützenwiese hat sich letztes Jahr bewährt. Geht es nach einem Postulat, soll dies aber im Sommer nicht der einzige Gastronomiestand am Seeufer sein.

Vanessa Varisco
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Seit dem Ausbruch der Pandemie und den auferlegten Einschränkungen sind die Gastronomen innovativ geworden. Neben Take-away und dem Versenden von Menus haben gewisse Restaurantbetreiber beispielsweise auch auf Foodtrucks gesetzt. Seitens der Politik zeigte man sich entgegenkommend – nicht nur in finanzieller Hinsicht. So durften die Wirte in der Zuger Altstadt etwa die Aussenbestuhlung auf öffentlichem Grund erweitern. Insbesondere rund um den Landsgemeindeplatz nutzen viele Betreiber diese Möglichkeit.

Ein stadtzugerisches Postulat, unterzeichnet von Vertretern der GLP, SVP, FDP und CVP, fordert nun für diesen Sommer eine erweiterte, pragmatische Bewilligungspraxis. Konkret soll das Areal rund um den Siehbachsaal und jenes entlang des Sees bereitgemacht werden für Stellplätze mit zugehöriger Aussengastronomie. Ähnlich zum Modell der Buvette, welches bereits letzten Sommer auf der Schützenwiese lanciert wurde. Gemäss verschiedener Mitteilungen des Stadtrats habe sich dieses Projekt bewährt.

Die Bevölkerung zeigt sich diszipliniert

Gründe dafür, dass das Postulat zu diesem Zeitpunkt eingereicht wurde, gäbe es mehrere, erklärt Postulant David Meyer (GLP) auf Anfrage. Er führt aus:

«Die Bevölkerung zeigt seit Wochen sehr viel Disziplin und Selbstverantwortung im Umgang mit der Pandemie und den Einschränkungen.»

Diese Selbstverantwortung dürfe daher in den Massnahmenkatalog als Kriterium miteinbezogen werden. Weshalb die Postulanten der Überzeugung sind, dass dies Raum für kontrollierte Lockerungen bietet.

Zum Zeitpunkt sagt Meyer ausserdem, dass man nun die Gewissheit habe, dass die Pandemie länger dauern werde, als vor einem Jahr noch geglaubt. «Deshalb ist der Zeitpunkt nun passend, dem gesellschaftlichen Leben die streckenweise Verbissenheit zu nehmen, denn es gibt neben den medizinisch vulnerablen Personen zunehmend mental vulnerable Menschen, welche nicht ignoriert werden dürfen.»

Konkret den Wunsch geäussert nach solchen Standplätzen hätten die Gastronomen zwar nicht, so Meyer. Sie hätten jedoch bereits zu Beginn der Schliessungen ihre Trauer ausgedrückt und zum Beispiel gemeinsam einen liebevoll gestalteten Kurzfilm gemacht. «Die Politik hat die Befindlichkeit durchaus aufgenommen und möchte nun das Gangbare ermöglichen», erklärt der GLP-Mann die Hintergründe.

Lärm sollte keine Belastung für die Anwohner werden

Wo Menschen draussen beisammensitzen, kann es laut werden. Berücksichtigt werden müssen daher immer auch die Anwohner und deren Befindlichkeiten. Wie schätzen die Postulanten die Situation diesbezüglich ein? Meyer verweist auf die Situation in den Vorjahren, in denen im Siehbach Sommerkino, Zirkus und Varieté stattfanden. Da diese wegfallen würden, so Meyer, wäre es für die Anwohner generell ruhiger; auch mit Aussengastronomie. «Mit dem Postulat wird der Stadtrat beauftragt, die Machbarkeit zu prüfen, worin immer auch eine Beurteilung zu Lärmemissionen enthalten ist. Sollten sich neuralgische Punkte abzeichnen, vertraue ich dem Stadtrat, dass er sie zu entschärfen versteht», fasst Meyer zusammen. Das Postulat bezieht sich auch explizit nur auf den Sommer 2021, eine Weiterführung ist nicht vorgesehen.