STADT ZUG: Deutliche Abfuhr für den Stadtrat

Die Beratungs- und Koordinationsstelle Alter bei der Stiftung Alterszentren wird nicht geschaffen. Der Grosse Gemeinderat lehnte den Antrag des Stadtrates mit 23 zu 9 Stimmen klar ab.

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Die Stadt Zug schafft keine neue Koordinationsstelle (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Die Stadt Zug schafft keine neue Koordinationsstelle (Symbolbild). (Bild: Keystone)

In Abwesenheit von Andreas Bossard sprach Vroni Straub-Müller zu dieser Vorlage. Die Entwicklungen in der Alterspflege und -betreuung in der Stadt Zug zeigten, dass immer mehr Dienstleistungen angeboten werden. Den Überblick über alle Angebote zu haben, sei nicht einfach. Mit guter Beratung und Unterstützung könne eine Situation beruhigt werden und die älteren Menschen können so länger zu Hause bleiben. Dies ist im Sinne der Betroffenen und führt ausserdem zu tieferen Pflegekosten. Vroni Straub-Müller verweist auf andere Städte: Bereits jetzt sei eine präventive Beratung und Koordination in anderen Schweizer Städten Standard. «Um die Mittel für die gemeindliche Altersvorsorge in der Stadt Zug optimal einsetzen zu können, ist die Einrichtung der Beratungs- und Koordinationsstelle zwingend notwendig», so Stadträtin Vroni Straub-Müller.

Zur Diskussion im Rat: Die Fraktion Alternative-CSP nannte zwei Gründe, weshalb die Schaffung einer solchen Stelle Sinn macht. Das Angebot für Betagte im Bereich Wohnen habe zugenommen und sei somit nicht mehr einfach zu überblicken. Zudem seien die Kosten der Angebote sehr unterschiedlich. Die Beratungs- und Koordinationsstelle bedeutet für die älteren Menschen eine enorme Erleichterung, wenn sie sich an einem zentralen Ort informieren können. Anderer Meinung war die FDP-Fraktion: Es könne nicht die Aufgabe der Stadt sein, Rentnerinnen und Rentner in allen Anliegen zu beraten und zu begleiten. Zudem sieht Barbara Hotz, FDP, offenen Fragen bezüglich der Lohnkosten. Mit der Schaffung dieser 80-Prozent-Stelle würden neue Kosten auf vier Jahre fixiert. Die CVP-Fraktion schloss sich dem an: In der Vorlage fehle eine Erklärung, warum eine reine Koordinationsstelle zur Beratungsstelle ausgebaut werden soll. Es existierten bereits gut funktionierende Dienste wie beispielsweise die Spitex, die in der Alterspflege und -betreuung aktiv sind, so Isabelle Reinhart. Auch die SVP-Fraktion stellte sich dieselben Fragen und lehnte den Antrag grossmehrheitlich ab. Die Vorlage fand Unterstützung bei der SP-Fraktion, denn aufgrund des heutigen Lebensstils und der demografischen Entwicklung sei ein Handlungsbedarf da, eine professionell geführte Stelle zu schaffen, so Louis Bisig.

Etliche Mitglieder des Grossen Gemeinderates zeigten sich erstaunt, dass die Stelle bereits seit dem 1. Februar 2013 besetzt ist. Dolfi Müller stellte daraufhin richtig, dass die Stelle unter einem Vorbehalt geschaffen wurde; nämlich, dass sie der Grosse Gemeinderat auch bewilligt. Philip C. Brunner warnte davor, die Vorlage pauschal abzulehnen. Dass die Spitex als Wundermodell alle Beratungen übernehmen kann, sei nicht realistisch. Er schlug vor, den Antrag nochmals überarbeiten zu lassen. Sein Antrag auf Rückweisung der Vorlage fand mit 17 zu 20 Stimmen jedoch keine Mehrheit.

pd/rem