Stadt Zug
Die 36 Millionen Franken für die Erweiterung der Bossard-Arena soll der EVZ zahlen

Darüber, wer die Erweiterung des Eishockeystadions zahlen soll, haben sich Vertreter des Klubs und des Stadtrats Gedanken gemacht.

Vanessa Varisco Jetzt kommentieren
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In der Zuger Hockeyarena braucht man mehr Platz.

In der Zuger Hockeyarena braucht man mehr Platz.

Bild: Christian H. Hildebrand (Zug, 11. September 2020)

«Keep building» heisst die Variante zur EVZ-Stadionerweiterung, welche der Stadtrat weiter prüfen will. Das schreibt er in seinem zweiten Zwischenbericht zur Erweiterung. Im ersten Bericht, den der Stadtrat im Frühling dieses Jahr veröffentlichte, stellte er zwei mögliche Varianten vor. Er nannte ausserdem das Konzept Keep Building, das der EVZ in Auftrag gegeben hatte. Diese Variante bedurfte damals noch einer Weiterentwicklung – auch um die Kosten abschätzen zu können. Die Machbarkeitsstudien für eine Erweiterung der Bossard-Arena wurden unter der Federführung des städtischen Finanzdepartementes/Immobilien gemeinsam mit dem Baudepartement und dem EVZ in Phasen gestaffelt in Auftrag gegeben und laufend geprüft.

Die nun vorliegende Machbarkeitsstudie zum Keep-Building-Konzept umfasst die Erweiterungen der Hallenkapazität von 7200 auf 8750 Zuschauerplätze. Die Gastronomie-Kapazitäten erhöhen sich von heute 438 auf rund 1600 (Sitz-)Plätze. Weiter sind eine Fanzone für ungefähr 400 Personen, eine Aufstockung des Annexbaus Trainingshalle für die Geschäftsstelle des EVZ sowie logistische Anpassungen und Optimierungen innerhalb des bestehenden Gebäudes geplant.

Die Variante Keep Building.

Die Variante Keep Building.

Visualisierung: studiomatt/PD

Die Kosten für diese Erweiterung belaufen sich auf 36 Millionen Franken und sollen vom EVZ übernommen werden gemäss stadträtlichem Bericht. Für die Neugestaltung des Arenaplatzes und im Norden (Ausserhalb Baurechtsperimeter, Bereich Fussballstadion und Weststrasse) werden laut Bericht Kosten von rund 2 Millionen Franken veranschlagt, welche von der Stadt Zug zu tragen sind.

Drei Varianten werden für die Planung der Zukunft in Erwägung gezogen

Im Zuge der Erweiterung soll es weitere Veränderungen geben. So sei etwa eine Übertragung der Liegenschaften mit dem EVZ besprochen worden. Für die Erweiterung gibt es drei mögliche Finanzierungsvarianten, die an unterschiedliche Projektentwürfe gekoppelt sind:

  • Variante A: Der EVZ soll die Liegenschaften im Baurecht übernehmen, sobald der geänderte Bebauungsplan rechtskräftig ist. Dieses Bebauungsplanungsverfahren, das mit der Erweiterung einhergeht, soll bis im zweiten Quartal 2024 abgeschlossen werden. «Mit einem Baurecht geht die Verantwortung für den ganzen Komplex und dessen Weiterentwicklung an den Hauptnutzer, welcher zum einen die Verantwortung für die Gebäude und den Betrieb übernimmt, zum anderen das Erweiterungsprojekt definiert und die Investitionen trägt.» Dafür erhält der Baurechtsnehmer die volle Verfügung über die Nutzung und Erträge der Bossard-Arena. Das heisst, die Stadt Zug erhält einen Baurechtszins und hat keine Instandsetzungs- respektive Erneuerungskosten mehr für die Sportanlage zu tragen. Da die Unterhaltskosten wegfallen und Baurechtszins eingenommen wird, würde die Stadt Zug jährlich 1,65 Millionen sparen im Vergleich zur aktuellen Situation. Als Vorteil benennt der Stadtrat die finanzielle Entlastung der Gemeinde und die Flexibilität des EVZ. Risiko bei der Variante: Der wirtschaftliche Betrieb ist an den sportlichen Erfolg geknüpft. Der Stadtrat befürwortet diese Variante.
  • Variante B: Die Stadt Zug wird, sobald der geänderte Bebauungsplan rechtskräftig ist, ein Erweiterungsprojekt, das mindestens 38 Millionen kostet, erarbeiten. Dieses unterliegt dem obligatorischen Referendum. Bei Annahme erstellt die Stadt Zug die Erweiterung auf eigene Kosten. Die Kontrolle über die Gebäude bliebe demnach bei der Stadt, dafür fallen hohe Investitionskosten und jährlich erhebliche Beiträge für den Unterhalt an. Insgesamt würde diese Option die Stadt jährlich 1,13 Millionen mehr kosten.
  • Variante C: Sie ist bezüglich Investitionen und Erarbeitung des Projekts gleich wie Variante B. Unterschied: Der Betrieb des Eisstadions wird neu durch den EVZ geführt. Der Betrieb solle ausserdem durch die Mehreinnahmen der Erweiterung vom EVZ getragen werden. Die jährlichen Unterhaltskosten der Liegenschaften aber verbleiben bei der Stadt Zug und werden jährlich budgetiert. Jährlich würde die Stadt so um 270'000 Franken entlastet.

Realisierung in drei bis vier Jahren

Der Grosse Gemeinderat (GGR) muss für das Fortschreiten des Projekts den Stadtratsbericht positiv zur Kenntnis nehmen. Behandelt werden dürfte der Antrag noch in diesem Jahr. Dann werden die Änderung des Bebauungsplanes, die Erarbeitung des Baurechtsvertrages und eine Vereinbarung über den Betrieb und die Zusammenarbeit mit der Stadt Zug in Angriff genommen. Beide Geschäfte sollen anschliessend koordiniert dem GGR vorgelegt werden und unterstehen dem fakultativen Referendum. Das Bebauungsplanungsverfahren und die Vorlage des Baurechts im GGR soll bis im zweiten Quartal 2024 vorgelegt werden. So könnte das Projekt im Sommer 2025/2026 umgesetzt werden.

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