Stadtrat bleibt dabei – Camping-Stellplätze im Brüggli sollen weg

Der Stadtrat nutzt eine GLP-Interpellation, um seinen Argumenten in dieser Sache Nachachtung zu verschaffen.

Marco Morosoli
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Park- und Campingplatz beim Brüggli in der Stadt Zug sorgen immer wieder für Diskussionen und Vorstösse in der Politik.

Park- und Campingplatz beim Brüggli in der Stadt Zug sorgen immer wieder für Diskussionen und Vorstösse in der Politik.

Bild: Matthias Jurt (Zug, 19. März 2020)

Der Kanton, die Stadt, die Grundeigentümer und andere Meinungsmacher sind sich einig: Das Gebiet Brüggli ist ein kantonaler Schwerpunkt für Erholung. Diese Absichtserklärung steht auch schwarz auf weiss im aktuellen kantonalen Richtplan festgeschrieben. Trotzdem führte die Thematik wiederholt zu emotionalen Diskussionen, politischen Vorstössen und einer Petition.

Der Stadtrat hat nun im Rahmen einer Interpellation der Grünliberalen Partei (GLP) noch einmal bekräftigt, dass er die Camping-Stellplätze aufheben will. Ebenso weg müssen die auf der Südseite der SBB-Strecke Zug – Cham vorhandenen Parkplätze. Dieses Gelände am See soll dereinst dem Langsamverkehr und dem Fussvolk gehören.

Der Stadtrat schreibt dazu: «Ziel des Leitbildes ist es, die Konflikte zwischen den verschiedenen Nutzungen zu entschärfen und den immer höheren Nutzungsdruck in geordnete Bahnen zu lenken.» Dass nicht mehr überall alles möglich und gefördert wird, sei gewollt. Es sei an sich schon eine Herausforderung, dass sich im Gebiet Brüggli die Interessen der Landwirtschaft, der Naherholung und des Naturschutzes unter einem Dach vereinen lassen.

In den Antworten auf die Interpellation der GLP ist auch oft von der Lorzenebene zu lesen. Diese sei, so zitiert der Stadtrat aus dem kantonalen Richtplan, «die grüne Lunge in der Agglomeration Zug».

Klare Worte in Bezug auf den Campingplatz am See

In ihrer ersten Frage wollen die Interpellanten wissen, ob ein Campingplatz zur Aufwertung für die Stadt Zug und die Region beitrage. Zuerst streicht der Stadtrat den Fragestellern ein wenig Honig ums Maul und schreibt: «Wir stehen einem Campingplatz grundsätzlich positiv gegenüber.» Ein paar Zeilen weiter lässt er aber keine Zweifel mehr offen, wer in dieser Angelegenheit das Zepter schwingen soll: «Es ist keine Staatsaufgabe, einen Campingplatz oder ein Hotel zu betreiben beziehungsweise Land dafür zur Verfügung zu stellen.»

In den Augen des Stadtrats ist der Campingplatz im Brüggli «nur einer von vielen im Kanton Zug». In der Interpellationsantwort weist der Stadtrat zudem darauf hin, dass zum Beispiel im Gebiet Hürital in Unterägeri beim dortigen Campingplatz eine Erweiterung möglich wäre. Im Weiteren macht der Stadtrat den Fragenden von der GLP klar, dass die exklusive Fläche beim Brüggli nicht nur «ein paar wenigen vorbehalten sein soll». Aus Sicht des Stadtrats sei die jetzige Fläche viel zu schade, um sie mit Wohnwagen zu verstellen.

Stadtrat bewegt sich in der Frage nicht

Auf welchen Wegen auch immer die GLP versucht, den Stadtrat zu einer Aussage für den Erhalt des gegenwärtigen Zustands zu drängen, dieser bewegt sich kein Jota. Immerhin räumt er ein, dass er sich in diesem Gebiet einen kleineren Zeltplatz vorstellen könnte.

Ob sich ein solches Projekt rechnen würde, darüber schweigt sich der Stadtrat aus. Vielmehr erinnert er daran, dass in dieser Sache schon viele Pflöcke fest im Boden verankert sind. Der Stadtrat weist zudem darauf hin, dass in unmittelbarer Nähe rund 40 Parkplätze auf einem der Stadt Zug gehörenden Landstück bereitgestellt werden könnten. Das Brüggli sei von dort bequem zu erreichen. Das Brüggli soll – so der Stadtrat – auch weiterhin zwischen dem Strandbad (reglementierter Badebetrieb) und dem Choller mit seiner naturbezogenen Freizeitnutzung positioniert sein.