STADT ZUG: Die Zuger Altstadt wird im Süden verjüngt

An der Artherstrasse entsteht ein neues Gebäude. Bis zur jetzigen Realisierung mussten einige Hürden genommen werden.

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Die Häuser sind abgerissen, jetzt wird der Bauschutt separiert. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Die Häuser sind abgerissen, jetzt wird der Bauschutt separiert. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Hinter den gelben Schaltafeln hat sich in den letzten zwei Wochen viel getan: Die alten Gebäude an der Artherstrasse 7 und 9 beim Wendeplatz der Buslinie 6 wurden abgerissen.

Im Sommer soll nun mit dem Bau eines neuen Gebäudes begonnen werden, das voraussichtlich im Sommer 2009 bezogen werden kann. Geplant ist ein Haus mit sechs Mietwohnungen. Für die Pläne und den Bau ist das Zuger Unternehmen p-4 verantwortlich.

Wettbewerb, Anpassungen und Beschwerden
Die Liegenschaften gehören einer Erbengemeinschaft, die bis zur jetzt erteilten Baubewilligung viel Geduld haben musste. «Es war eine lange Leidensgeschichte», sagt Philipp Peikert von der Geschäftsleitung von p-4. Denn das Grundstück liege in der Altstadtzone. Es musste ein Wettbewerb für ein neues Projekt durchgeführt werden.

«Dann brauchte es noch Anpassungen», so Peikert. Und zu guter Letzt habe es noch Beschwerden gegeben, die bis vors Verwaltungsgericht gezogen, aber immer abgewiesen worden seien. «Beanstandet wurde die mangelnde Einpassung des Neubaus ins Quartier.»

Peikert wehrt sich jedoch gegen diesen Vorwurf. «Das neue Gebäude wird zwar nicht wie ein Altstadthaus aussehen», sagt er. «Und wir haben uns für den Grundsatz entschieden: Wenn schon neu, dann soll dies auch sichtbar sein.» So werde das Haus beispielsweise kein Giebeldach aufweisen. «Jedoch passen wir das Gebäude mit der Art der Fenster, der Farbgebung und der Materialwahl in die Umgebung ein.»

«Das alte Haus war kaum zu erhalten»
Dass die alten Bauten abgerissen werden dürfen, wurde im Jahr 2000, als Regierungsrat Peter Bossard Direktor des Innern war, entschieden – unter der Bedingung, dass die Nachfolgebaute eine hohe Qualität aufweisen müsse. Für Denkmalpfleger Georg Frey jedoch «ist dieser Entscheid immer noch ein Rätsel». Er bedauert, dass ein weiteres altes Gebäude verschwunden ist.

Laut Peikert sei das Haus aber kaum zu erhalten gewesen. «Es wies geringe Geschosshöhen und eine unglückliche Raumaufteilung auf», sagt er . Auch die Bausubstanz sei schlecht gewesen. Und für ihn lebt das Haus trotz Abbruch weiter. So hätten unter anderem Türen und ein Kachelofen ausgebaut werden können. «Diese Sachen können bei einer Sanierung eines alten Hauses wiederverwendet werden.»

Yvonne Anliker

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung.