Stadt Zug
Digitalisierungsstrategie: Was bisher gelungen ist – und wo es noch Weiterentwicklung braucht

In vielen Bereichen der Stadtverwaltung und deren Dienstleistungsbereich werden mittlerweile digitale Lösungen eingesetzt. Ein Überblick.

Vanessa Varisco
Drucken
Teilen
Einiges können die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zug schon digital abwickeln. Hier ein Blick vom Uptown auf die Quartiere Hertistrasse, Aabachstrasse, Gartenstadt, sowie Überbauung Nordstrasse, Siemens-Areal und Feldpark (von vorne nach hinten).

Einiges können die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zug schon digital abwickeln. Hier ein Blick vom Uptown auf die Quartiere Hertistrasse, Aabachstrasse, Gartenstadt, sowie Überbauung Nordstrasse, Siemens-Areal und Feldpark (von vorne nach hinten).

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 18. Februar 2020)

Die eZug-App, eine Strategie zur Entwicklung der Stadt unter Einbezug der digitalen Möglichkeiten und mehr Homeoffice dank Technik: In der Stadt Zug wurden seit 2017 verschiedene Dienstleistungen und Arbeitsfelder in den digitalen Bereich verlegt. Im selben Jahr hat der Stadtrat die aktuell gültige Digitalisierungsstrategie verabschiedet und letztes Jahr reichte die SVP-Fraktion ein Postulat mit dem Titel «Es braucht eine neue Digitalisierungsstrategie für die Stadtverwaltung Zug» ein. Der Stadtrat führt in seiner Stellungnahme nun auf, welche Schritte schon getan sind und in welchen Bereichen weitere Entwicklungen angestrebt werden.

Wie in der Strategie festgehalten sei, «überprüfen und entwickeln der Stadtschreiber und der Abteilungsleiter Informatik diese Massnahmen» der Digitalisierungsstrategie laufend. Von den gut 40 Abteilungen würden diejenigen Dienstleistungen und Prozesse priorisiert, die die Einwohnerinnen und Einwohner am häufigsten nutzen.

Im Dienstleistungsbereich verzeichnet man eine fortschreitende Digitalisierung

Weil vor allem die Dienstleistungen bevorzugt behandelt werden, gibt es diesbezüglich auch verschiedene Digitalisierungsentwicklungen zu erwähnen. Der Stadtrat benennt etwa die eZug-App, welche den Nutzerinnen und Nutzern eine digitale Identität schafft und so beispielsweise Dienstleistungen der Einwohnerkontrolle sowie des Betreibungsamts direkt per App bezogen werden können.

Zur Bevölkerung zählen auch Tausende Schülerinnen und Schüler. Sie berücksichtigt die Stadt insofern in der Digitalisierungsstrategie, als dass ihnen ab der fünften Klasse und den Lehrpersonen seit dem Schuljahr 2019/2020 – wie in anderen Zuger Gemeinden – ein mobiles Gerät zur Verfügung gestellt wird. Der Stadtrat betont die Wichtigkeit dieser Massnahme, insbesondere auch in Pandemiezeiten: «Dies ist nicht nur ein wichtiges Element bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen, die bestens ausgestaltete IT-Infrastruktur hat auch den kurzzeitigen Übergang zu Homeschooling im Frühjahr 2020 stark vereinfacht.»

Neben den Schülern können auch Angestellte der Stadt durch die «virtualisierte Arbeitsumgebung» bis zu 40 Prozent des Pensums im Homeoffice bewältigen. Im Bereich der Geschäftsverwaltung hat man sich ausserdem an das digitale Zeitalter angepasst, indem man auf digitale Dokumentenverwaltung setzt. Auch die elektronische Unterschrift wurde eingeführt. Diese digitale Aktenführung hat zur Folge, dass das digitale Format als Original gilt.

Übergeordnete Konzepte gewichten die Digitalisierung stark

Im Hinblick auf die Stadtentwicklung bleibt ebenfalls ein Augenmerk auf der Digitalisierung. Erwähnenswert ist etwa das Smartcity-Modell. Dieses Entwicklungskonzept ist seit Frühjahr 2020 in der Digitalisierungsstrategie verankert und soll jene ergänzen. Denn während die Digitalisierungsstrategie stärker nach innen fokussiere, so der Stadtrat, richte sich die Smartcity nach aussen. Deren Handlungsfelder sind Verwaltung, Gesellschaft, Mobilität, Lebensqualität, Wirtschaft und Umwelt, wobei der gesellschaftliche Nutzen und der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen im Zentrum stehen.

Wo ist eine digitale Weiterentwicklung gefragt?

Der Stadtrat zeigt sich überzeugt, dass diese «Ergebnisse die Stadt Zug schweizweit als digitale Pionierin positionieren und bestätigen, dass die Digitalisierungsstrategie zielführend umgesetzt und gelebt wird». Trotz der Erfolge sei man sich bewusst, dass das Potenzial nicht erschöpft sei. In Zukunft soll deshalb das Angebot an Dienstleistungen, die über die eZug-App bezogen werden können, erhöht werden. Ausserdem will man fortlaufend prüfen, wie Technologien eingebaut werden können – so etwa künstliche Technologien und Blockchain.

Die SVP-Fraktion hatte in ihrem Postulat den Stadtrat dazu aufgefordert, eine neue ganzheitliche Digitalisierungsstrategie für alle Bereiche der Stadtverwaltung vorzulegen. In seiner Schlussfolgerung schreibt der Stadtrat dazu abschliessend: «In diesem Sinne möchte die Stadt Zug den eingeschlagenen Erfolgspfad weitergehen und die existierende Digitalisierungsstrategie weiterentwickeln, statt von Grund auf neu zu formulieren.»

Aktuelle Nachrichten