Oberägeri
Doron Preise gehen an Didier Pittet und den Gemeindeverband Unesco Biosphäre Entlebuch

Die Schweizerische Stiftung für den Doron Preis würdigt am 8. Juni zwei Preisträger für ihr wissenschaftliches und gesellschaftliches Engagement.

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Didier Pittet wird für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Infektiologie und der Epidemiologie mit dem Doron Preis geehrt, teilt die in Oberägeri ansässige Stiftung mit. Ausserdem erhält der Gemeindeverband Unesco Biosphäre Entlebuch die Auszeichnung für sein «dem Gemeinwohl dienendes, fortwährendes und hochstehendes Engagement zur Erhaltung der Biosphärenreservate». Die Doron Preise sind mit je 100'000 Schweizer Franken dotiert. Sie werden am 8. Juni in Zug vergeben.

89 Preisträger in 36 Jahren

Seit 36 Jahren ehrt die Schweizerische Stiftung für den Doron Preis ausserordentliche Leistungen in den Bereichen Kultur, Gemeinwohl und Wissenschaft. Zu den bis heute 89 Preisträgern zählen Stiftungen, gemeinnützige Organisationen und Einzelpersonen in der Schweiz. Die Schweizerische Stiftung für den Doron Preis gehört zu den Rich-Stiftungen. Die Rich-Stiftungen unterstützten bis heute weltweit rund 4000 Non-Profit-Projekte mit über 150 Millionen US-Dollars.

Didier Pittet ist Arzt und international anerkannter Infektiologe und Epidemiologe. Zu den Spezialgebieten des gebürtigen Schweizers zählten insbesondere die Handhygiene und die Risikoprävention gegen Infektionskrankheiten. Als Chefarzt des Programms zur Infektionsprävention und -kontrolle an der Genfer Universitätsklinik und an der Medizinischen Fakultät Genf sowie als externer Leiter des Programms «Clean Care is Safer Care» der Weltgesundheitsorganisation habe er international anerkannte Massnahmen zur Verbesserung der Krankenhaushygiene entwickelt.

Ernennung vom französischen Präsidenten

Pittet kann laut Mitteilung auf eine langjährige und erfolgreiche Forschungs-, Lehr- und Vermittlungstätigkeit zurückblicken. Er ist Autor und Co-Autor von mehr als 500 Publikationen. Dazu zählen mehrere Publikationen in der ältesten und renommiertesten medizinischen Fachzeitschrift «The Lancet». Für seine Errungenschaften erhielt er zahlreiche Ehrungen und Preise. 2007 wurde er als Ehrenkommandeur des Ordens des britischen Empire für seine Verdienste um die Prävention von Infektionen ausgezeichnet. Für seine aussergewöhnliche Karriere wurde er unter anderem mit dem Robert-Koch-Preis und der Louis-Pasteur-Medaille ausgezeichnet. 2020 wurde er von Emmanuel Macron zum Vorsitzenden einer Executive-Assessment-Mission zur Bewältigung der Coronavirus-Krise ernannt.

«Mit seinen Forschungs-, Lehr- und Vermittlungstätigkeiten gehört Professor Pittet zu den renommiertesten Wissenschaftern auf dem Gebiet der Epidemiologie der Schweiz», wird der Stiftungsrat zur Begründung der Wahl des Preisträgers zitiert. Die Laudatio für den Preisträger hält laut Mitteilung Daniel Koch, langjähriger Leiter der Abteilung «Übertragbare Krankheiten» beim Bundesamt für Gesundheit.

Gemeindeverband «Unesco Biosphäre Entlebuch»: Erhaltung bedrohter Ökosysteme

Ebenfalls mit 100'000 Franken ausgezeichnet wird der Gemeindeverband Unesco Biosphäre Entlebuch (UBE). Jene gilt als weltweites Pioniermodell für demokratisch errichtete Biosphärenreservate. In der Mitteilung heisst es: «Während in den späten 1980er-Jahren das Entlebuch noch als ‹Armenhaus der Schweiz› galt, avancierte es in den folgenden Jahrzehnten zum schweizweit grössten Anbieter von Naturexkursionen und naturnahen Bildungsangeboten.» Heute nutzten jährlich über 10‘000 Gäste die Angebote.

«Mit dem seit Jahren fortwährenden Engagement im Rahmen der nachhaltigen Entwicklung und der Erhaltung bedrohter Ökosysteme leistet die Unesco Biosphäre Entlebuch einen grossartigen Beitrag in unserer Gesellschaft», wird der Stiftungsrat in der Mitteilung zitiert. Die Laudatio für den Preisträger hält Oscar A. Kambly, Präsident des Verwaltungsrates der Kambly SA.