Stadt Zug
Eine Theatergruppe lässt sich von Zoom-Meetings inspirieren

Als «Thea Ter Tic Tac Toe» tritt eine Truppe bestehend aus drei jungen Darstellerinnen und drei jungen Darstellern erstmals vor Publikum auf. Es ist in allen Teilen eine Eigenproduktion.

Hansruedi Hürlimann
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Ganz schön dynamisch geht es im Stück zu und her.

Ganz schön dynamisch geht es im Stück zu und her.

Bild: PD

Der Titel des Stücks «Womöglich ist morgen doch kein Tag» lässt erahnen, dass die Handlung kaum gradlinig verlaufen wird. Denn der uns geläufige Ausspruch «Morgen ist auch noch ein Tag» wird gerade in sein Gegenteil verkehrt. Die Inszenierung besteht aus Versatzstücken, inspiriert von Zoom-Gesprächen, die während der Covid-Pandemie einen Boom erlebten.

Die Darsteller geben vollen Einsatz.

Die Darsteller geben vollen Einsatz.

Bild: PD

In der 70-minütigen Handlung begegnen sich mitunter eine musische Gefühlsblinde und ein trinkfreudiger Hedonist. Im weiteren Verlauf erhält der Zuschauer Einblick in verwinkelte Wohnungen und Gedanken eines Agoraphoben – jemand mit Platzangst – und eines Apokalyptikers unter Drogeneinfluss. Am Schluss kommt es zum Showdown auf dem Berg Ararat, bekannt geworden unter anderem durch die Arche Noah, und die Erkenntnis, dass die drohende Apokalypse auch ein Neubeginn sein kann.

Mit vollem Einsatz dabei sein

Die häufige Begegnung der Menschen via Bildschirm widerspiegelt sich im modularen Bühnenbild, das die Darsteller selbst mit wenigen Handgriffen für die verschiedenen Szenen neu zusammensetzen können. Unterstützt durch Licht und Ton wird das Bühnenbild zum Rahmen und Bindeglied für die einzelnen Szenen, die nahtlos ineinander übergehen. Was dies in einem Saal wie demjenigen in der Athene bedeutet, kann man als Zuschauer nur erahnen.

Die Darsteller verschieben selbst das Bühnenbild immer wieder.

Die Darsteller verschieben selbst das Bühnenbild immer wieder.

Bild: PD

Bei der Hauptprobe vom Mittwochabend zeigten die jugendlichen Akteure vollen Einsatz, was sowohl das gesprochene Wort als auch die Mimik und Gestik angeht. Das ist angesichts eines Rollenwechsels, den vier Protagonisten zu bewältigen haben, umso erstaunlicher. Philip Weber, Autor des Stücks und Regisseur, war mit der Darbietung insgesamt zufrieden, fügte aber bei, dass am einen oder andern Detail noch zu feilen sei.

Die Leidenschaft für die Bühne teilen

«In dieser Formation stehen die jungen Darsteller erstmals auf der Bühne», sagte der Regisseur beim Gespräch vor der Hauptprobe. Und weiter: «Sie kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit an der FMS und haben teilweise auch schon Bühnenerfahrung.» Als Theaterpädagoge hat er mit ihnen zusammen den Handlungsablauf erarbeitet und danach in einem Drehbuch festgeschrieben. Elaisa Elsener, die einmal als Alexa und dann wieder als Lisa auftritt, sagt dazu:

«Wir sind eine buntgemischte Gruppe von Menschen mit unterschiedlichem Charakter.»

Das Gemeinsame sei die Leidenschaft für das Theaterspiel, die in diesem Stück eine besondere Ausprägung erlebe, so ihre Erfahrung.

Die Premiere war ursprünglich für den Frühling 2020 geplant. Die durch den Lockdown erzwungene Verschiebung und die Ungewissheit über den Zeitplan erschwerten das Ganze, sagte Philip Weber im Rückblick. Umso erleichterter sind nun die Beteiligten, dass sie zeigen können, was hart erarbeitet wurde.

Nach der Premiere von Donnerstagabend sind noch drei Aufführungen angesetzt für Freitag (1. Oktober), Samstag und Sonntag jeweils um 20 Uhr in der Aula Athene, Hofstrasse 20 in Zug. Der Eintritt beträgt 20 Franken und der Zugang unterliegt dem 3G-Schutzkonzept.

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