Stadt Zug
Erweiterung der Bossard-Arena : Am teuersten wäre ein neues Dach

Der Stadtrat veröffentlicht einen Zwischenbericht zur Stadionerweiterung. Fazit: Von zwei möglichen Varianten ist diejenige, bei welcher das Dach angehoben wird, die Bevorzugte.

Vanessa Varisco
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Bei einer Erweiterung ist mit 1800 zusätzlichen Tribünenplätzen zu rechnen.

Bei einer Erweiterung ist mit 1800 zusätzlichen Tribünenplätzen zu rechnen.

Bild: Maria Schmid (Zug, 13. Oktober 2020)

Der EVZ ist auf flottem Erfolgskurs und wären die Matches nicht allesamt zu Geisterspielen erklärt worden, wäre die Bossard-Arena an Spieltagen wohl brechend voll. Zumindest in pandemiefreien Zeiten soll sie das gemäss einem Bericht des Stadtrats nämlich gewesen sein. Demzufolge lag die Auslastung der Saison 2018/2019 bei 97 Prozent.

Die Diskussionen um eine Erweiterung des Stadions sind denn auch schon länger im Gange. Die Tribünenplätze sollen von heute 7200 auf 9000 Plätze erweitert werden. Überdies soll es eine Fanzone für 400 Menschen geben und auch der Gastronomiebereich soll bis auf rund 1000 Plätze aufgestockt werden. Wie diese Erweiterung bewältigt werden kann, dafür gibt es zwei Varianten, die ins Auge gefasst wurden.

30 Millionen Franken für die günstigste Variante

Die Bevorzugte ist jene, bei welcher das Dach angehoben wird und eine Erweiterung durch eine Aufstockung in Nord, Süd West und Ost vollzogen wird. Die erste Überarbeitung dieser Variante soll gut 1800 Plätze mehr auf der Tribüne schaffen und 800 mehr in der Gastronomie. Der Kostenpunkt dafür liegt bei gerundet 44 Millionen Franken.

Eine Weiterentwicklung dieser Variante sieht je 100 Plätze weniger auf der Tribüne und Gastronomie vor, kostet allerdings auch weniger: Rund 30 Millionen sind hier veranschlagt. Letztere Option ist jene, die vom Büro für Bauökonomie, welches die Kosten schätzt und das Planungsteam koordiniert, empfiehlt.

Ein neues Dach würde Platz für gut 2100 neue Tribünenplätze schaffen, in der Gastronomie wären es knapp 900. Diese Variante ist allerdings auch die teuerste, mit fast 51 Millionen Franken würde sie zu Buche schlagen.

Eine Übersicht der möglichen Varianten.

Eine Übersicht der möglichen Varianten.

Quelle: Büro für Bauökonomie

Der EVZ hat auch ein Konzept in Auftrag gegeben. Das Konzept «Keep building» kommt auf rund 8500 Zuschauerplätze und rund 1400 Gastronomie Sitzplätze. Eine Kostenschätzung und Weiterentwicklung des Konzepts werden noch durch den EVZ veranlasst.

Das Konzept «Keep Building».

Das Konzept «Keep Building».

Visualisierung: Studiomatt

Bauarbeiten im Sommer ausführen

Gemäss Bericht des Stadtrats wurden bei der Bewertung der Varianten verschiedene Punkte berücksichtigt, wie etwa Wirtschaftlichkeit, Qualität der Sicht für die Zuschauer oder die Realisierbarkeit. «Eine Erweiterung unter Betrieb ist ein weiteres Kriterium», schreibt der Stadtrat.

«Die Eishockeysaison muss gespielt werden. Das Zeitfenster für die in Etappen zu realisierenden Bauarbeiten beträgt jeweils zirka drei Monate in der spielfreien Zeit im Sommer.»

Aufgelistet werden überdies offene Punkte. So soll das Ausseneisfeld angepasst werden und die Nutzung des Arenaplatzes attraktiver gestaltet werden.

Keine Kosten für die Stadt

Die Liegenschaften sollen im Zuge dessen auf den EVZ übertragen werden. Mit einem Baurecht ginge die Verantwortung für den ganzen Komplex und dessen Weiterentwicklung an den EVZ, «welcher zum einen die Verantwortung für die Gebäude und den Betrieb übernimmt, zum anderen die Investitionen der Erweiterung trägt». Dafür erhält der Baurechtsnehmer die volle Verfügung über die Nutzung und Erträge der Bossard-Arena. Das heisst, die Stadt Zug erhielte einen noch nicht definierten Baurechtszins und hätte keine Instandsetzung respektive Erneuerungskosten mehr für die Sportanlage zu tragen.

Denn der Stadtrat bleibt realistisch. Aufgrund der hohen Investitionen in Schulraum in den kommenden Jahren bliebe wenig Spielraum für die Stadionerweiterung. «Trotzdem will der Stadtrat der Entwicklung des EVZ nicht im Weg stehen», heisst es im Bericht.

Bis es zu einer Erweiterung und einer Abgabe kommt, müssen noch diverse politische Prozesse durchlaufen werden. Sodass eine Erweiterung frühestens 2025/2026 realisierbar ist.