STADT ZUG: Fluchtversuch hat Konsequenzen für Polizisten

Die Zuger Polizei hat die interne Untersuchung im Zusammenhang mit der Flucht eines Angeschuldigten während eines Polizeitransportes abgeschlossen.

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Polizisten mit Hunden bei der Grossfahndung auf dem Bahnhofgelände in Zug am 3. April. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Polizisten mit Hunden bei der Grossfahndung auf dem Bahnhofgelände in Zug am 3. April. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Nachdem einem 28-jährigen Ange-schuldigten am 3. April die Flucht während eines Polizeitransportes gelungen ist, hat der Polizeikommandant der Zuger Polizei eine interne Untersuchung eingeleitet. Wie es in einer Mitteilung der Zuger Polizei heisst, stellte sich dabei heraus, dass die beiden Polizisten das Fluchtrisiko unzutreffend beurteilt und den Ange-schuldigten deshalb nicht ausreichend gesichert hatten. Sie hätten den Mann an sich oder zusätzlich mit Fussfesseln binden sollen.

Unmittelbar nach der Flucht wurden alle mit regelmässigen Gefangenentransporten betrauten Mitarbeitenden instruiert, bei Gefangenen, denen eine längere Haftstrafe droht, grundsätzlich immer von einem Fluchtrisiko auszugehen. Diese müssen daher in der Regel an sich gebunden oder mit Fussfesseln transportiert werden. Der zuständige Dienstchef habe die Dienstanweisungen entsprechend ergänzt.

Polizisten bedauern ihren Fehler
Die beiden Polizisten seien sich von Anfang an bewusst gewesen, dass sie die Situation falsch beurteilt und keine ausreichenden Sicherungsmassnahmen vorgenommen hatten, schreibt die Zuger Polizei weiter. Sie würden diesen Fehler ausserordentlich bedauern. Der Polizeikommandant hat den beiden Polizisten einen Verweis erteilt. Es wurde berücksichtigt, dass beide Polizeiangehörigen einsichtig sind, den Vorfall bereuen, sowie über einen langjährig guten Leistungsausweis verfügen.

Eine Grossfahndung musste eingeleitet werden
Am 3. April war kurz nach 13 Uhr einem 28-jährigen Angeschuldigten während eines Polizeitransportes vom Gerichtsgebäude in die Strafanstalt die Flucht gelungen. Der Angeschuldigte trug Handschellen und wurde von zwei Polizisten begleitet.

In der Tiefgarage des Verwaltungsgebäudes drehte sich der junge Mann überraschend und schnell ab und rannte davon. Den beiden Polizisten gelang es nicht, die Flucht zu verhindern und den Mann einzuholen. Nach einer Grossfahndung konnte der Flüchtige wieder durch die Zuger Polizei festgenommen werden.

ana