STADT ZUG: Ihr Aufenthalt in Zug vergeht wie im Flug

Sie halten sich pro Jahr nur drei Monate lang in der Schweiz auf: die Mauersegler. Derzeit sorgen sie im Pulverturm für viel Betrieb.

Luc Müller
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Benedikt Steinle vom ornithologischen Verein der Stadt Zug präsentiert einen der Nistkästen mit einem Jungvogel. (Bild Werner Schelbert)

Benedikt Steinle vom ornithologischen Verein der Stadt Zug präsentiert einen der Nistkästen mit einem Jungvogel. (Bild Werner Schelbert)

Die Treppenstufen knarren unter den Füssen. Der Aufstieg führt an ausgestopften Vögeln vorbei, an gesammelten Nestern sowie vielen Vogelhäuschen. Auch eine kleine Holzwerkstatt befindet sich hier – im 3. Obergeschoss des Pulverturms. Der ornithologische Verein der Stadt Zug hat hier oben sein Reich und kümmert sich mit viel Leidenschaft seit rund 20 Jahren um Mauersegler. 33 Nistkästen haben die Vogelliebhaber hier für die flinken Segler zur Verfügung gestellt – direkt unter dem Dach des historischen Pulverturms aus dem 16. Jahrhundert. Alle zehn Tage werfen die Ornithologen einen Kontrollblick in die selbst gezimmerten Kisten. Drei Kästen sind mit Kamera und Mikrofon ausgestattet – Besucher können so auf einem Monitor beobachten, wie die kleinen Spyren aufwachsen, wie Mauersegler im Dialekt genannt werden.

Jetzt herrscht Hochbetrieb unter dem Dach des Turms: 36 Jungvögel sind bereits geschlüpft, 36 Eier werden derzeit abwechslungsweise vom Weibchen und Männchen noch ausgebrütet. «Die Vögel sind nur drei Monate im Jahr in der Schweiz. Sie überwintern mit Vorliebe in Afrika», informiert Benedikt Steinle (71), Vorstandsmitglied des ornithologischen Vereins der Stadt Zug. Ende April, anfangs Mai kommen die Vögel aus ihrem Winterquartier hierher. Im Juni schlüpft der Nachwuchs und gegen Ende Juli sind alle Mauersegler schon wieder in Richtung Süden verschwunden.