Stadt Zug

Im Göbli-Quartier wird der Bau von 30 Notzimmern vorangetrieben

In der Stadt gibt es immer weniger Unterkünfte für Menschen in Not. Alleine in den kommenden Jahren muss für 25 bis 30 Notzimmer Ersatz gesucht werden. Nun will der Stadtrat selber bauen.

Harry Ziegler
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So soll das Gebäude im Göbli aussehen.

So soll das Gebäude im Göbli aussehen.

Visualisierung: PD

Die Stadt Zug muss Menschen, die vorübergehend über kein Dach über dem Kopf verfügen, ein solches zur Verfügung stellen. Dies geschieht in betreuten Notzimmern und -wohnungen für wohnungslose oder obdachlose Personen oder Familien. Aktuell befinden sich diese Zimmer und Wohnungen an verschiedenen Standorten und werden von der Stadt gemietet. In nächster Zeit fallen immer wieder Notzimmer weg, beispielsweise da die Nutzung im alten Kantonsspital endet. Wie in der Vorlage des Stadtrats an den Grossen Gemeinderat aufgeführt wird, «benötigen die Sozialen Dienste in naher Zukunft rund 30 Notzimmer.»

Aktuell verfügt die Stadt Zug über 22 Notzimmer und 8 Notwohnungen an verschiedenen Standorten und von verschiedenen Vermietern. Laut Stadtrat liegt die Auslastung der Notzimmer «bei hohen 80 bis 90 Prozent, diejenige der Notwohnungen bei nahezu 100 Prozent.»

Bereits weggefallen aus der Rechnung sind sieben Notzimmer bei der Sanierung der Kirchenstrasse 3 und 5 in Zug. Weitere sieben Zimmer an der Zeughausgasse 11 mussten Ende 2019 geräumt werden. Und die im alten Kantonsspital zur Verfügung stehenden 18 Notzimmer sind befristet auf Ende 2022 und Ende 2024.

Niederschwelliges Angebot

Notunterkünfte sind ein niederschwelliges Wohnangebot für Einzelpersonen, Paare und Familien, die ihre Wohnung verloren haben, sich nicht selber helfen können und so in eine noch grössere Notsituation gerieten. «Auf Hilfe angewiesen sind erfahrungsgemäss Personen, die in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen leben und zusätzlich mit einer psychischen/sozialen Beeinträchtigung oder einer Suchterkrankung belastet sind. Männer sind in der Regel deutlich stärker betroffen als Frauen», schreibt der Stadtrat in seinem Bericht.

Für eine Person beträgt der Mietzins/Monat maximal 1100 Franken ohne Nebenkosten. Hinzu kommen Kosten für die Reinigung und Betreuung. «In der Regel», so der Stadtrat, «beziehen die Bewohnerinnen und Bewohner Sozialhilfe.»

Eine weitere Ansicht des Gebäudes im Göblis.

Eine weitere Ansicht des Gebäudes im Göblis.

Visualisierung: PD

Aktuell werden die Notzimmer durch die Sozialen Dienste betreut. Das soll mit dem Bezug des Neubaus im Göbli ändern. Ab dann soll eine geeignete externe Organisation diese unterhalten und den täglichen Betrieb mit eigenem Personal regeln. Dazu gehören neben Hauswirtschaft und Administration auch die soziale Arbeit sowie die psychosoziale Betreuung. Die Sozialen Dienste weisen die Bewohnerinnen und Bewohner zu und sind verantwortlich fürs Inkasso. Dazu liegt ein Rahmenkonzept des Departements Soziales, Umwelt und Sicherheit vor, das Zuständigkeiten und Abläufe regelt.

Mit Kosten von 6,9 Millionen Franken wird gerechnet

Im März 2019 hat der Grosse Gemeinderat einen Projektierungskredit von 440 000 Franken gesprochen. Der Neubau soll ein kompaktes Gebäude sein, bestehend aus sechs überirdischen Geschossen, wie aus der Planbeilage hervorgeht. Im Erdgeschoss befinden sich die Betriebs- und Nebenräume. In den fünf weiteren Geschossen sind insgesamt 30 Notzimmer mit Nasszellen sowie je Geschoss eine Küche projektiert. Zudem soll es im obersten Geschoss die Möglichkeit geben, zwei unabhängige, eigenständige Wohnung aus jeweils drei Zimmern zu schaffen. Dies zur Beherbergung von Familien.

Gebaut werden soll das Haus auf Land, das die Stadt im Rahmen eines Landtausches von der Korporation Zug erworben hat. Im Süden des Grundstücks realisiert die V-Zug ihren Mobility Hub. Im Osten grenzt die Parzelle an die Verlängerung der Industriestrasse, die Teil der Tangente Zug-Baar ist. Im Westen grenzt das Land an die Gemeinde Baar. Unmittelbar westlich des geplanten Neubaus befindet sich eine Trafostation der Wasserwerke Zug. Das Grundstück wurde weiter im Tausch einer Fläche der V-Zug gegen eine der Stadt Zug arrondiert. Erschlossen wird das Grundstück über einen am Gebäude vorbeiführenden Fuss- und Veloweg. Für Personenwagen wird das Grundstück über den Neuhausweg erschlossen.

Kosten soll der Neubau 6,9 Millionen Franken. Diesen Kredit beantragt der Stadtrat. Beschliesst der Grosse Gemeinderat diesen Kredit unterliegt er der obligatorischen Urnenabstimmung. Bezugsbereit ist der Bau Anfang 2024.