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STADT ZUG: Im Unterfeld hat das Volk das letzte Wort

Der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug hat dem Bebauungsplan an seiner Sitzung vom Dienstagabend zugestimmt. Der letzte Entscheid liegt nun aber beim Stimmvolk.
Samantha Taylor
Das Gebiet Unterfeld soll überbaut werden. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das Gebiet Unterfeld soll überbaut werden. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Ja, aber: Das sagte der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) an seiner gestrigen Sitzung zum Megaprojekt Unterfeld, welches in den nächsten Jahren zwischen den beiden Gemeinden Zug und Baar realisiert werden soll. Ja, weil sich der GGR mit 23 zu 15 Stimmen in zweiter Lesung grundsätzlich für den Bebauungsplan Unterfeld ausgesprochen hat. Aber, weil in der Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Denn eine Mehrheit des Grossen Gemeinderats stellte sich gleichzeitig auch hinter das Behördenreferendum, das von der SP beantragt wurde. Damit können die Stadtzugerinnen und Stadtzuger über das Projekt an der Urne befinden.

«Wir sind der Ansicht, dass ein Projekt dieser Dimension, das Zug sehr nachhaltig prägen wird, alle Zugerinnen und Zuger betrifft. Daher ist die Bevölkerung zu befragen», sagte Louis Bisig im Namen der SP-Fraktion. Auch die CVP habe bei einem Projekt dieser Grösse «nichts dagegen», wenn das Volk befragt werde, äusserte Martin Eisenring. Und Susanne Giger befand im Namen der Fraktion Alternative-CSP, das Projekt Unterfeld sei vergleichbar mit den «Toblerone-Blöcken» in Oberwil oder dem Alpenblick in Cham. «Einmal gebaut, geht es nicht mehr weg. Darum ist es wichtig, dass sich die Bevölkerung dazu äussern kann.»

Grundsätze erneut diskutiert

Neben der Frage zum Behördenreferendum liessen es sich die Gemeinderäte nicht nehmen, das Bauprojekt in seinen Grundsätzen erneut zu diskutieren. An den Positionen hatte sich gegenüber der ersten Lesung dabei kaum etwas geändert. Die linken Fraktionen SP und Alternative-CSP stellten sich mit der Bau- und Planungskommission (BPK) gegen, die bürgerlichen Fraktionen von FDP, CVP und SVP hinter das Projekt. Es gehe um mehr als «Hauptsache, bauen» oder «Hauptsache, bezahlbare Wohnungen». «Es geht um städtebaulich Qualität», betonte Susanne Giger. Die SP wolle nicht, dass das letzte Baugebiet zwischen Zug und Baar «auf diese Weise» überbaut werde. «Es braucht andere, menschlichere Siedlungsstrukturen», äusserte Louis Bisig.

Anderer Ansicht war Roman Burkard: «Für die FDP ist es nach wie vor das richtige Projekt am richtigen Ort.» Das Unterfeld habe das Potenzial, als Verbindungsglied zwischen Zug und Baar einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung beider Städte zu leisten. Die CVP befürworte das Projekt grossmehrheitlich, da es sich um ein innovatives Projekt handle. «Ich wüsste nicht, was ich hier besser machen würde. Das Unterfeld wird eine Visitenkarte für ein modernes und städtisches Zug», sagte Martin Eisenring. Jürg Messmer betonte, dass die SVP vom Konzept überzeugt sei. «Wir erhalten eine attraktive Überbauung mit vielen bezahlbaren Wohnungen.»

Nicht einig waren sich bei diesem Thema die beiden GLP-Gemeinderäte: Während David Meyer das Unterfeld mit einem Tessiner Quartier verglich, das gerne als «kleine Bronx» bezeichnet wird, zeigte sich Stefan Huber begeistert: «Es ist das Beste, was wir auf diesem Boden bekommen können.»

Der Rat folgte schliesslich in allen Punkten den Anträgen des Stadtrates, wies die Einwendungen ab und stimmte dem Bebauungsplan zu.

Abstimmung folgt wohl im Februar

Im Gebiet Unterfeld/Schleife, das sich zwischen Baar und Zug befindet, sollen in den nächsten Jahren rund 700 Wohnungen entstehen. Zwei Drittel des Areals befinden sich auf Baarer Boden, ein Drittel liegt auf Stadtzuger Grund. In der Stadt Zug ist die Korporation Grundeigentümerin. Sie will auf dem Grundstück rund 370 preisgünstige Wohnungen realisieren. Sowohl die Baarer wie auch die Zuger Bevölkerung werden voraussichtlich im Februar 2017 über ihren jeweiligen Teil des Bebauungsplans abstimmen.

Samantha Taylorsamantha.taylor@zugerzeitung.ch

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