STADT ZUG: Kinderkrippe: Stadtrat passt Tarifmodell an

Die Kindertagesstätten in der Stadt Zug verzeichnen einen Grossandrang. Das verabschiedete Budget reicht nicht aus um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Darum hat der Stadtrat das Tarifmodell für die subventionierten Krippen per 1. April 2016 angepasst.

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Kinder beim Spielen in der Kindertagesstätte. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Kinder beim Spielen in der Kindertagesstätte. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Anzahl der Kinder zwischen 0 und 4 Jahren ist gemäss einer Mitteilung der Stadt Zug innert vier Jahren um über 11 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Die Gesamtbevölkerung wuchs im gleichen Zeitraum nur um 5 Prozent.

Der Andrang auf die Kindertagesstätten in der Stadt Zug ist dementsprechend gross. Praktisch alle durch die Stadt Zug subventionierten Plätze seien vergeben. Der Stadtrat hat nun beschlossen, das Tarifmodell anzupassen. «Damit wollen wir sicherstellen, dass wirklich jene Familien von Subventionen profitieren, die darauf angewiesen sind», erklärt Vroni Straub-Müller, Vorsteherin Bildungsdepartement.

Fünf Prozent der Familien verlieren Berechtigung

Neu würden nur noch Familien mit einem massgebenden Einkommen von bis zu 150 000 Franken von Subventionen profitieren. Bisher lag die Obergrenze bei 175 000 Franken. Das massgebende Einkommen basiere auf dem Gesamteinkommen und liege deutlich höher als das steuerbare Einkommen.

Ausserdem werde neu auch das Vermögen der Familien bei der Tarifberechnung berücksichtigt. Vroni Straub-Müller erläutert: «Dadurch bekommen rund 5 Prozent der bisher berechtigten Familien keinen subventionierten Platz mehr. Es handelt sich dabei um Familien mit einem guten Einkommen, die unserer Ansicht nach den Wegfall der Subventionen finanziell verkraften können.»

100 000 Franken werden umverteilt

Dank den Anpassungen könne eine Summe von etwa 100 000 Franken umverteilt werden. «Auch mit dem neuen Modell ist die Obergrenze mit einem massgebenden Einkommen von 150 000 Franken immer noch relativ hoch. Es ist uns wichtig, dass wir auch weiterhin Familien des Mittelstands unterstützen können. Denn wenn beide Elternteile einer Arbeit nachgehen können, hilft dies der Wirtschaft und dem Standort Zug. Es ist heute mehrfach belegt, dass Investitionen in die familienergänzende Betreuung ein Mehrfaches an Rendite einbringen», sagt Vroni Straub-Müller.

Die Stadt Zug investiert 3 Millionen Franken und hat mit fünf privaten Kindertagesstätten eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen. Insgesamt werden in der Stadt Zug von privaten Trägern 438 Betreuungsplätze angeboten, davon sind 198 Plätze subventioniert. Die Höhe der Subventionen richtet sich nach dem Einkommen und dem Vermögen der Eltern. Eine Übersicht über die Kinderkrippen in der Stadt Zug finden Sie hier.

pd/nop