STADT ZUG: Kunsthaus-Neubau nimmt eine erste Hürde

Der Regierungsrat will die Turnhallen in der Zuger Schützenmatt nicht unter Schutz stellen. Somit kann das Richtplanverfahren für den Neubau eines Kunsthauses in Gang gesetzt werden.

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Dieser Turnhallenkomplex auf der Schützenmatt müsste dem Kunsthaus-Neubau weichen. (Bild pd)

Dieser Turnhallenkomplex auf der Schützenmatt müsste dem Kunsthaus-Neubau weichen. (Bild pd)

Wie schon der Zuger Stadtrat kommt auch die Regierung zum Schluss, dass der Wert des Turnhallenkomplexes nicht als «sehr hoch» zu qualifizieren ist. Die Exekutive gewichtet das Interesse am Bau eines neuen Kunsthauses höher als das Interesse an der Erhaltung des Turnhallenareals aus den 1950er-Jahren, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Was den Schutz der in der Schützenmatt gelegenen prähistorischen Ufersiedlung anbelangt, wurde festgestellt, dass der sich Standort des neuen Kunsthauses befindet sich jedoch mutmasslich im archäologisch am wenigsten sensiblen Teilgebiet befindet. Allerdings werde beim Bau des Kunsthauses dem Schutz bzw. der Rettung der prähistorischen Ufersiedlung Rechnung zu tragen sein.

Öffentliche Auflage bis Mitte November
In einem ersten Schritt wird die Baudirektion die Richtplananpassung vom 12. September 2009 bis zum 10. November 2009 öffentlich auflegen. Hauptbestandteil der Auflage ist der raumplanerische Bericht. Er enthält unter anderem Ausführungen zur Standortanalyse, zur Erschliessung des Grundstückes, zur Freihaltung der Schützenmattwiese und zur Verträglichkeit des Projektes mit der Landschaft.

Nach der öffentlichen Mitwirkung wird der Kantonsrat in einem Grundsatzentscheid bestimmen, ob das Vorhaben auf dem Schützenmattareal weiterverfolgt werden soll. Nimmt das Kantonsparlament im positiven Sinn Stellung, werden die weiteren Planungsschritte durch Stadt und Kanton Zug sowie die Trägerschaft des Kunsthauses Zug in die Wege geleitet.

Favorit aus 15 Standortvorschlägen
Der Neubau des Kunsthauses Zug steht seit einiger Zeit auf der Agenda von Stadt und Kanton Zug. Parallel zum Publikumserfolg ist das Kunsthaus aber an räumliche Grenzen gestossen, die es zunehmend erschweren, die international anerkannte Sammlung Kamm und Wechselausstellungen nebeneinander zu zeigen. Nachdem eine Erweiterung am bisherigen Standort als unrealisierbar verworfen werden musste, wurden im Rahmen der Kulturraumplanung von Stadt und Kanton Zug insgesamt 15 alternative Standorte geprüft. Dabei erwies sich das Schützenmattareal am Ufer des Zugersees als sehr gute Variante, wie es weiter heisst.

scd